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Eine Flusskreuzfahrt auf dem Douro: Ich bin Schockverliebt

Die Stadt Porto wurde an den Ufern des Douro terrassenförmig angelegt und gilt als Wiege Portugals (Foto Stieger)

Es gibt Ferien, die erlebe ich wie das Geniessen von einem Glas Rotwein, einer heissen Schokolade an einem kalten Wintertag oder dem Hören meiner Lieblingsmusik. Es gibt aber auch Ferien, da bin ich geradezu schockverliebt. Dazu gehörten einst Dubai und St. Petersburg und seit kurzem meine Flusskreuzfahrt mit der Douro Spirit auf dem Douro. Ich habe mich tatsächlich in die wunderschönen Weinhänge, die bezaubernde Landschaft und die freundlichen Portugiesinnen und Portugiesen schockverliebt.

Flusskreuzfahrten zählen zu den beliebtesten Ferienformeln für Urlaubshungrige, die nicht jeden Tag die Koffer packen, aber doch immer wieder neue Regionen, neue Städte und neue kulturelle Sehenswürdigkeiten entdecken möchten. Flusskreuzfahrten sind ideal für Urlauber die kleine, gemütliche Schiffe, die Nähe zum Land und gute Verpflegung mögen. Eine Flusskreuzfahrt hat aber auch durch ihre familiäre Atmosphäre ihren besonderen Reiz und dies nicht nur bei der Generation Ü50, sondern immer mehr auch bei jüngeren Reisenden.

Eine Flusskreuzfahrt auf dem Douro ist etwas ganz besonders

Flussreisen auf dem Rhein oder der Donau erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Aber auch die französischen Flüsse Seine, Sâone und Rhône oder kleinere Gewässer wie Elbe, Mosel und Saar stehen bei Flusskreuzfahrt-Passagieren hoch in der Gunst.

In den letzten Jahren hat sich der Douro (spricht sich Doro) in Portugal zu einem richtigen Geheimtipp entwickelt. Denn wer Flusskreuzfahrten mag, das sympathische Portugal kennenlernen möchte und dann auch noch ein Faible für guten Wein hat, für den ist eine Flussreise auf dem Douro ein absolutes Muss.

Während Flussschiffe üblicherweise oft in der Nacht fahren ist es auf dem Douro genau umgekehrt. Auf dem 897 km langen Fluss (wobei effektiv von Porto bis zur spanischen Grenze nur rund 210 km mit Flussschiffen befahren werden) herrscht Nachtfahrverbot. Und genau dieses Verbot macht eine Douro-Reise zu einem ganz besonderen Erlebnis. Denn so lassen sich tagsüber die schönen Landschaften, die grossen Weinhänge, wilde Oliven- und Zitronenbäume auf dem Sonnendeck, dem Panorama-Salon oder der Kabine mit französischem Balkon noch intensiver geniessen. Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Dadurch, dass die Schiffe auf dem Douro nachts nicht fahren dürfen, liegen die Cruise Liner meist zu zweit oder gar zu dritt nebeneinander, was zur Folge hat, dass die Aussicht entfällt und man nur auf die Kabine des Nachbarn blickt.

Die atemberaubende Douro-Landschaft

Als Gastgeberin meiner Douro-Flussreise fungiert die 2011 erbaute Douro Spirit (Porträt der Douro Spirit hier) die für Thurgau Travel unterwegs ist. Die Flussreise mit Kapitän Ezequiel Marques und seiner Crew startet im malerischen Porto an der Vila Nova de Gaia. Normalerweise geniesse ich während einer Flussreise (wenn ich nicht gerade für den Blog schreibe) vor allem die Landschaft, die kulturellen Sehenswürdigkeiten auf Landausflügen und freue mich endlich wieder ein Buch zu lesen. Na ja, Buch ist es ja nicht mehr, aber ein Kindle ist ja mittlerweile auch ein Buch. Nur auf dem Douro fand ich leider keine Zeit den neuesten Justiz-Thriller von John Grisham fertig zu lesen. Viel zu sehr hat mich die Region fasziniert und leider nach knapp der Hälfte der Reise noch ein Virus flachgelegt (dazu später mehr).

Fünf Schleusen – darunter eine der höchsten in der Welt

Für Flusskreuzfahrer ein besonderes Erlebnis sind die Ein-, Durch- und Ausfahrten durch Schleusen. Auf dem Douro gibt es deren fünf. Die erste ist die Crestuma-Schleuse gefolgt von der Carrapatelo-Schleuse, mit 35 Metern eine der höchsten der Welt. Carrapatelo ist für Crew und Kapitän eine ganz besondere Herausforderung, ist die Schleusenkammer doch nur 12 Meter breit, die Dourit Spirit misst gerade 60 cm weniger, nämlich 11.4 Meter in der Breite.

Am Morgen des zweiten Tages heisst es Leinen los für die erste Etappe der Flusskreuzfahrt die die Passagiere der Douro Spirit zur Hauptstadt des Portweins Régua und nach Pinhâo führt. Hier beginnt die Grenze des geschützten Weinanbaugebietes, wo rund 60‘000 Winzer auf 25’000 Hektaren Weinland ihr Einkommen finden.

Barockes Kleinod: Schloss Mateus

Highlight des ersten Ausflugs ist ein Besuch im 18. Jahrhundert erbauten Schloss Mateus. Das Meisterwerk der Barockarchitektur beeindruckt mit kunstvoll geschnitten Holzdecken und wertvollen Möbeln aus verschiedenen Epochen. Ein Hingucker ist die Bibliothek mit rund 6‘000 Büchern. Weltberühmt ist das Schloss durch das Etikett auf dem bekannten Wein „Mateus Rosé“, von dem weltweit über eine Milliarde Flaschen verkauft wurden, erzählte unsere Reiseleiterin. Eindrücklich auch der gepflegte Park, der zu den berühmtesten und schönsten in Portugal zählt.

Am nächsten Tag geniessen die Gäste auf dem Sonnendeck die schöne Landschaft des Douro-Tales, bevor es am Nachmittag nach Figueira de Castelo Rodrigo geht, das zu den 12 historischen Dörfern Portugals zählt. Bekannt ist das kleine Dorf aber auch der Störche wegen, die sich in der Gegend während neun Monaten niederlassen und so zum Dorfsymbol geworden sind.  Die schon von weitem sichtbare Festung Castelo Rodrigo wurde von den Römern erbaut und thront wie eine Festung auf einem 670 Metern über Meer liegenden Berg. 1762 wurde Castelo Rodrigo teilweise zerstört. So sind heute leider von den Stadtmauern und der Burg nur noch Ruinen erhalten.

In der goldenen Stadt Salamanca den Frosch küssen

Eine knapp zweistündige Fahrt steht uns am nächsten Tag bevor. Die lange Fahrt lohnt sich aber auf jeden Fall, denn die Reise geht in die aus goldgelbem Sandstein gebaute spanische Stadt Salamanca. Im 13. Jahrhundert wurde in Salamanca die älteste Universität der iberischen Halbinsel gegründet. Diese war zu jener Zeit neben Bologna und Paris die wichtigste Universität der Welt. 2002 war Salamanca Kulturhauptstadt Europas, seit 1988 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Rund 40‘000 Studenten und 160‘000 Einwohner verleihen Salamanca ein multikulturelles, weltoffenes und modernes Ambiente.

Unser Rundgang beginnt an der berühmten Plaza Mayor mit 88 Bögen, bevor es die beiden Kathedralen Salamancas (das ist korrekt, Salamanca hat tatsächlich nicht nur eine, sondern sogar zwei Kathedralen) zu entdecken gilt. Dank der Hilfe unserer Reiseleiterin finden wir auch den berühmten Frosch an der Fassade der Universität. Wer diesen küsst, soll Glück haben. Was gehört bei einem Besuch in Spanien unbedingt dazu? Natürlich Flamenco. Während einem lokalen Mittagessen präsentieren uns feurige Spanierinnen eine rassige Flamenco Show, begleitet von einer feinen Paella.

Bei einem Besuch in Portugal und erst recht im Douro-Tal darf natürlich eine Weinverkostung nicht fehlen. Locker und unterhaltsam präsentiert uns der junge Weinbauer Luis Barros, der auch als Mr. Bean Portugals gefeiert wird, auf der Quinta da Avessada die verschiedenen Weine des Tales. Und tatsächlich: Barros geht als Bean ohne Frage durch. Nicht nur wegen seines Aussehens, sondern auch wegen seiner Sprüche, die die Gäste der Douro Spirit zu Tränen rühren.

Die alte Bischofsstadt Lamego ist der letzte Stopp auf der Reise mit der Douro Spirit. Die Kirche Nossa Senhora dos Remédios ist nach dem weltberühmten Fatima, der zweitwichtigste Pilgerort Portugals. 686 Stufen, verziert mit riesigen blau-weissen Fliessen zieren den Aufgang zur Kirche – wir verzichten auf den kräftezehrenden Aufstieg und wählen die Busfahrt.

Virus beendet meine Flussreise vorzeitig

Wahrscheinlich hätte ich in der Wallfahrtskirche von Lamego ein Stoßgebet Richtung Himmel schicken müssen, um vor Krankheiten und ähnlichem Übel verschont zu bleiben. Dann hätte ich meine Reise problemlos bis zum Ende geniessen können. Doch daraus wurde nichts. Ein fieser Virus – kein Corona – hatte mich – und einige andere Passagiere – mit all seinen unschönen Folgen wie Durchfall und Erbrechen erwischt und so lag ich die letzten Tage der Reise flach. Weder konnte ich an der Stadtrundfahrt in Porto teilnehmen, noch beim Besuch der bekannten Portweinkellerei Ferreira. Schade.

Aber eines weiss ich ganz sicher, ich komme wieder. Porto ist – auch wenn ich nur ganz wenig von ihr gesehen habe – einfach zu schön. Falls Du an einer Douro Flussreise interessiert bist, alles weitere findest Du bei Thurgau Travel

Was bleibt sind wunderschöne Erinnerungen an eine – fast – wunderschöne Flusskreuzfahrt auf dem Douro. Und dies bei täglich stahlblauem Himmel. Nicht umsonst wirbt Portugal mit jährlich 300 Sonnentagen

Disclaimer: Ich bedanke mich für bei Thurgau Travel für die freundliche Einladung zu dieser Kreuzfahrt mit der Douro Spirit. Meine Berichterstattung hat dies nicht beeinflusst

Und übrigens: Jetzt verstehe ich, weshalb viele Schweizerinnen und Schweizer, aber auch Deutsche und Österreicher in den letzten Jahren vermehrt nach Portugal auswandern. Eine schönere Gegend als den Lebensabend am Douro zu verbringen, gibt es kaum. Ich kenne Schweizer die haben sich in der Gemeinde Bem Viver Douro Village Passal angeschaut und dort ein Häuschen – eigentlich eher eine Villa – mit viel Land für beachtlich wenig Geld erworben – das schöne für Flussfans der Blick auf den Douro ist gratis inbegriffen. Falls es Dich interessiert, alles Nähere findest Du in meinem Beitrag „Auswandern nach Portugal: Blick auf den Douro inbegriffen“

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0 Antworten

  1. […] Douro Village Passal in Bem Viver zu tun? Ich bin nach einer Flusskreuzfahrt auf dem Douro Schockverliebt in Portugal. Da man von den acht Häusern eine wunderschöne Aussicht auf die Flusskreuzfahrtschiffe auf dem […]

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