Gianni Onorato, CEO von MSC Cruises blickt optimistisch in die Zukunft

Gianni Onorato, CEO von MSC Kreuzfahrten, blickt auf ein herausforderndes Jahr für die Tourismus- und Kreuzfahrtbranche zurück. Er zieht eine positive Bilanz der Maßnahmen, die die Reederei zur Sicherheit von Crew und Passagieren ergriffen hat und blickt optimistisch in die Zukunft (Foto MSC Cruises)

Gianni Onorato, CEO von MSC Kreuzfahrten, blickt auf ein herausforderndes Jahr für die Tourismus- und Kreuzfahrtbranche zurück. Er zieht eine positive Bilanz der Maßnahmen, die die Reederei zur Sicherheit von Crew und Passagieren ergriffen hat und blickt optimistisch in die Zukunft.

Es ist mehr als ein Jahr her, dass die Pandemie den weltweiten Tourismus zum Erliegen gebracht hat. Wie sehen Sie die Zukunft des Tourismussektors und welche Veränderungen wird die Pandemie für den weltweiten Reiseverkehr bringen?

Gianni Onorato: Ich glaube, dass die Zukunft für den Tourismus im Allgemeinen rosig ist und die Nachfrage in naher Zukunft schnell wieder ansteigen wird, da die Menschen nach dieser schwierigen Zeit wieder Lust auf Urlaub haben. Bei MSC Kreuzfahrten sehen wir und unser globales Netzwerk von Handelspartnern, vielversprechende zukünftige Buchungen in allen Teilen der Welt, in denen wir tätig sind. Ich habe jedoch keinen Zweifel daran, dass das Bewusstsein und die Verantwortung für Gesundheit und Sicherheit in der Öffentlichkeit noch einige Zeit bestehen bleiben wird. Auch wenn die Dinge zu einer gewissen Normalität zurückkehren, wird der Sicherheits-Aspekt weiterhin von entscheidender Bedeutung sein.

Während der Pandemie hat sich die Kreuzfahrt weiter auf die Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt konzentriert. Die gesamte Branche wird ihren ökologischen Fußabdruck auch weiterhin bewerten und überlegen müssen, wie sie ihre Auswirkungen reduzieren kann. Das ist etwas, dem wir bei MSC Kreuzfahrten weiterhin Priorität einräumen und bei dem wir in unserer Branche führend sind. Wir konzentrieren uns auch in Zukunft darauf, durch Investitionen in die Entwicklung und Implementierung neuer Technologien, einen Null-Emissionen-Betrieb mit unseren Kreuzfahrtschiffen zu erreichen

Kreuzfahrtindustrie ist widerstandsfähig

Wir werden im nächsten Jahr unser erstes mit Flüssigerdgas (LNG) betriebenes Schiff – die MSC World Europa – in Dienst stellen, das die Emissionen erheblich reduzieren wird. Ausserdem haben wir kürzlich einen Vertrag unterzeichnet, der die künftige Lieferung von LNG-Treibstoffs für den Betrieb dieses und unserer weiteren neuen LNG-Schiffe sichert.

Wie sehen Sie konkret die zukünftige Größe und Form des Kreuzfahrtsegments innerhalb des Tourismussektors? Wird es eine kleinere Branche sein oder kann sie wieder expandieren?

Die Kreuzfahrtindustrie hat sich über die Jahre als widerstandsfähig erwiesen-, und ich glaube nicht, dass die Branche per se schrumpfen wird. Aber ich sehe eine Zukunft, in der es weniger ältere Schiffe auf See gibt, da die Pandemie das Dienstende für einige ältere und weniger umweltbewusste Schiffe beschleunigt hat.

MSC Flotte wird bis 2025 auf 23 Schiffe wachsen

Und was das Wachstum angeht, so bin ich mir sicher, dass wir in den kommenden Jahren weiterhin mehr neue Schiffe in Dienst stellen werden. Wir erwarten, dass die Nachfrage nach dieser Krise schnell wieder auf das Niveau von vor der Pandemie zurückkehrt, so wie es nach früheren Krisen der Fall war. Aus diesem Grund halten wir an unserem Neubauprogramm fest, mit dem unsere Flotte von derzeit 18 Schiffen bis 2025 auf 23 Schiffe anwachsen wird.

Spannend wird auch sein, wie sich neue Segmente entwickeln und wachsen werden. So zum Beispiel das Luxussegment, in das wir vorstoßen, in dem kleinere Schiffe benötigt werden, um neue Ziele zu erreichen, und wo die Menschen nach ganz besonderen Entdeckungsreisen suchen. (Anmerkung: MSC plant den Bau von vier luxuriösen Schiffen für max. 1’000 Passagiere)

Mussten Sie die Kreuzfahrtrouten angesichts der Pandemie an Land anpassen?

Der humanoide Roboter-Barkeeper „Rob“ und seine kosmischen Cocktails werden der Star der neuen MSC Virtuosa sein (Foto MSC Cruises)

Einer der Hauptgründe für Änderungen unserer Reiserouten war die Verfügbarkeit von Häfen. In einigen Ländern sind die Häfen immer noch geschlossen, daher basiert unser Sommerprogramm derzeit auf den Häfen, die geöffnet sind oder in Kürze geöffnet werden. Wir mussten natürlich auch die Entwicklung der Pandemie an Land berücksichtigen und wie wir unsere Gäste, die Crew und die Orte, die sie besuchen, am besten schützen können. So haben wir zum Beispiel Kreuzfahrtrouten zu Zielen entworfen, die schnell geändert werden können, wenn wir das Gefühl haben, dass ein potenzielles Risiko für das Wohlergehen von Kreuzfahrern besteht. Außerdem haben wir in einigen Märkten aufgrund der dortigen Vorschriften Kreuzfahrten nur für die Bürger dieses Landes mit Zielen im Heimatland eingeführt, wie z.B. unsere ersten Kreuzfahrten nur in Großbritannien ab Mai mit unserem Flaggschiff MSC Virtuosa.

MSC setzt im Sommer 10 Kreuzfahrtschiffe ein – mehr als die Hälfte der Flotte

Wir haben jedoch immer noch eine große Anzahl sehr attraktiver Reiserouten, die in vielerlei Hinsicht denen entsprechen, die wir vor der Krise hatten. Wir werden in diesem Sommer 10 Schiffe – mehr als die Hälfte unserer Flotte – mit einer Reihe großartiger neuer Reiserouten in Europa einsetzen, und wir haben unsere Partnerschaft mit Cruise Saudi angekündigt, um Winterreisen zu einer Reihe ausgewählter neuer Ziele im Roten Meer und in der Golfregion anzubieten. Das Interesse für unsere World Cruises ist sehr gross. Akutell gibt es eine größere Nachfrage als je zuvor nach längeren Kreuzfahrten, da die Menschen auf ein Ende der Pandemie hoffen.

Ändert sich das Profil der Serviceangebote auf Kreuzfahrten?

Gesundheit und Sicherheit haben für uns nach wie vor oberste Priorität, und das gilt erst recht in der aktuellen Situation. Alle unsere Kreuzfahrten werden jetzt und bis zum Abklingen der Pandemie unter der strengen Berücksichtigung unseres  Gesundheits- und Sicherheitsprotokolls durchgeführt, das wir intern und mit dem Input einer hochkarätigen Gruppe von externen Experten entwickelt haben.

MSC Gäste sind bei jedem Schritt geschützt unter anderem mit Bubble-Touren an Land

Wir haben jeden Aspekt des Gasterlebnisses von der Buchung über die Einschiffung bis hin zum Leben an Bord und der Ausschiffung sowie der Heimreise überprüft und neu gestaltet. Damit stellen wir sicher, dass unsere Gäste bei jedem Schritt geschützt sind und dennoch ein wunderbares Kreuzfahrterlebnis an Bord unserer schönen Schiffe genießen können.

Alle Gäste und Besatzungsmitglieder durchlaufen vor der Einschiffung einen universellen Testprozess und werden auch während des Aufenthalts an Bord regelmäßig getestet. Wir haben sichere Landausflüge mit Schutzkonzept zu ausgewählten Orten, sodass sich die Gäste stets in einer «safe Bubble» befinden. An Bord hat MSC die Zahl der Passagiere reduziert, um Social Distancing zu gewährleisten, sei es in den Restaurants, im Theater, in den Poolbereichen oder während der Ein- und Ausschiffung.

Kreuzfahrten sind sicher, wenn nicht sogar die sicherste Urlaubsoption

Und trotz all dieser neuen Maßnahmen ist das Feedback fantastisch, das wir von den über 60.000 Passagieren erhalten haben, die bisher unter diesem Protokoll mit uns unterwegs gewesen sind. Sie fühlen sich vor allem sicher, genießen aber auch dieses neue normale Kreuzfahrterlebnis. Dies alles zeigt, dass dank der einzigartigen sicheren Umgebung, die wir an Bord unserer Schiffe schaffen können, eine Kreuzfahrt eine der sichersten, wenn nicht sogar die sicherste Urlaubsoption ist, die es gibt.

Welche Innovationen und Technologien haben Sie während der Pandemie aus Gründen der Gesundheit und Sicherheit eingesetzt?

Gianni Onorato: Wir haben seit Beginn der Pandemie zahlreiche Innovationen eingeführt, die wir auch in Zukunft beibehalten werden, darunter die Kontaktnachverfolgungstechnologie, mehr kontaktlose Zahlungsoptionen, 100 Prozent Frischluftzufuhr bei den Belüftungsanlagen sowie die Möglichkeit, Aktivitäten von einer Kabine aus zu reservieren. Damit sind weniger physische Interaktion und Anstehen erforderlich. Aber am wichtigsten ist, dass wir aus der Perspektive von Gesundheit und Sicherheit riesige Datenmengen erhoben und viel Wissen gewonnen haben, seit wir im letzten August unseren Betrieb im Mittelmeer wieder aufgenommen haben.  Damit können wir die Einführung neuer Prozesse und Technologien ergänzen, die wir im Falle zukünftiger Pandemien beibehalten können, um unsere Gäste, die Crew und die Gemeinden, die unsere Schiffe besuchen, zu schützen.

Schwieriges Jahr für gesamte Kreuzfahrtbranche

Wie hat sich die Pandemie auf das Geschäft von MSC Kreuzfahrten ausgewirkt?

Es war ein schwieriges Jahr für alle Akteure in der Kreuzfahrtbranche, auch für MSC Kreuzfahrten. Aber wir sind Teil eines viel größeren Schifffahrts- und Logistikkonzerns, der MSC-Group. Andere Teile des Unternehmens entwickeln sich weiterhin gut. Unsere Finanzlage ist sicher, und wir bleiben zuversichtlich, was die Zukunft angeht. MSC Cruises setzt nach wie vor auf das milliardenschwere Neubauprogramm, um unsere Flotte an Kreuzfahrtschiffen zu vergrößern.

Wurden Sie durch die Pandemie gezwungen, Ihre Zukunftspläne zu überdenken?

Nein. Wir halten trotz der Pandemie an unseren Plänen fest, unsere Flotte zu vergrößern, und konzentrieren uns weiterhin darauf, unseren Gästen die besten Ferienerlebnisse zu bieten, während wir auf dem Weg  zu einem Null-Emissionen-Betrieb sind. Wenn überhaupt, dann hat die Krise noch stärker gezeigt, dass unser ursprünglicher Plan der richtige war. Nämlich eine moderne Flotte zu entwickeln, um den Gästen ein fantastisches Kreuzfahrterlebnis an Bord der sichersten und umweltfreundlichsten Schiffe zu bieten.

MSC Kreuzfahrten sind buchbar in jedem guten Reisebüro, bei www.msckreuzfahrten.ch, www.msckreuzfahrten.at oder www.msccruises.de

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