FTI Cruises schliesst die Türen – Wohin die MS Berlin steuert ist ungewiss

Die MS Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft (Bild FTI Cruises)

Als ehemaliges Traumschiff von 1985 bis 1999 ist die MS Berlin dem Stammpublikum von ZDF und ORF wohl bekannt. Damals war die MS Berlin unter Heinz Weiss als Kapitän Heinz Hansen auf den Weltmeeren unterwegs. Bald ist die MS Berlin aber wohl Geschichte. Wie das Fachmagazin fvw berichtet schliesst die FTI Group neben anderen Spezialisten auch FTI Cruises. FTI Cruises hat die MS Berlin als einziges Schiff betrieben.

Die MS Berlin ist – war – ein bei deutschen Gästen sehr beliebtes, kleines, aber feines Kreuzfahrtschiff. Sie zeichnete sich vor allem durch spezielle Routen aus, da das Schiff aufgrund seiner Grösse (139 Meter lang, 17,5 Meter breit und 4,82 Meter Tiefgang) auch kleine Häfen anlaufen konnte. Und schliesslich war die MS Berlin bei ihrem Stammpublikum sehr beliebt, weil die Gäste an Bord mit persönlichem, deutschsprachigen Service bedient wurden.

ZDF Traumschiff von 1985 bis 1999

Fünf Schiffe dienten seit Beginn der Traumschiff-Dreharbeiten bereits als Schauplatz der Reihe: die MS Vistafjord (1981 bis 1982), die MS Astor (1983 bis 1984), die MS Berlin (1985 bis 1999, 21 Folgen), die MS Deutschland (2000 bis 2014) und seit 2015 die MS Amadea.. Die MS Berlin war somit genau gleich lang wie die MS Deutschland als Traumschiff für die beliebte TV-Serie im Einsatz. Und dank diesen Auftritten vor einem Millionen-Publikum vermochte die doch nicht mehr ganz junge Lady (Baujahr: 1980) ein grosses Stammpublikum zu begeistern, das der Berlin bis zum Ausbruch des Corona Virus stets die Treue hielt. Mit max. 412 Passagieren vermochte sich das ehemalige Traumschiff gut gegen die Mega Cruise Liner zu behaupten.

Die Kreuzfahrtdirektorin der MS Berlin, Romanja Calvetti erklärte vor einigen Jahren was das Besondere einer Reise mit der MS Berlin sei: «Ein so familiäres Schiff wie die Berlin, macht es uns möglich täglich voll und ganz auf die Bedürfnisse unserer Gäste einzugehen. Es ist toll für uns die Zeit zu haben, bei Fragen und Wünschen ganz für unsere Gäste da zu sein.» Damit ist es nun wohl bald Schluss, denn FTI Cruises schliesst seine Tore und damit steuert die MS Berlin in eine ungewisse Zukunft.

Wohin geht die Reise der MS Berlin?

Die FTI Group muss und will im Zuge der Corona Krise Kosten sparen. Dies hat zur Folge, dass einige ihrer Spezialisten den Betrieb einstellen. Dazu gehört unter anderem neben LAL Sprachreisen und Fly.de auch FTI Cruises. Die Einstellung der Betriebe dieser Unternehmen soll es der FTI Group ermöglichen, die Personalkosten um 20 % zu senken. FTI Cruises soll per Ende Oktober 2020 geschlossen werden.

Was mit der MS Berlin nach dem 31. Oktober 2020 geschieht ist ungewissen. Die FTI Pressestelle teilt auf unsere Anfrage mit: „In den kommenden Wochen wird entschieden wie es mit der BERLIN dann weitergeht. Wir halten Sie dazu gern auf dem Laufenden.“

1 Antwort

  1. vor 19 Jahren, im Jahr unserer Silberhochzeit, wäre ich gern auf das ehemalige Traumschiff gegangen und hatte direkt bei Deilmann nach einer Kabine angefragt, in der Hoffnung, ein Upgrade von den untersten Innenkabine, auf eine Außenkabine zu bekommen. Aber diese “Gnade” wollte man mir, trotz des damaligen Mondpreises (hatte ich – ich denke zu Recht – so empfunden) nicht zukommen lassen. Leider ist es – nach den Deilmann Zeiten – auch nicht mehr dazu gekommen, die Berlin auszuprobieren. Angesichts der mageren Kabinengröße und Ausstattung, hatten wir (besonders meine Frau) Angst, enttäuscht zu sein. Trotzdem freut es mich, dass es diese kleineren Schiffe gibt und würde deren Abgang sehr bedauern. Für mich ist die Berlin immer noch prädestiniert, für besondere Routen, die man von den großen nicht erwarten kann. Ich wünsche der Berlin, dass sie einen Veranstalter, mit einem passenden Konzept findet. Ob es dazu einer Runderneuerung von Kabinen und öffentlichen Bereichen bedarf, kann ich nicht beurteilen. Für mich hätten kleine Schiffseinheiten, allemal eine Zukunft, wenn sie grundlegende, zeitgemäße Erwartungen erfüllen, ohne gleich in die höchsten Preissegmente aufsteigen zu wollen, bzw. müssen.

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