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MSC und TUI Cruises reagieren: Kreuzfahrten in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorerst gestoppt

Fünf Kreuzfahrtschiffe wie die Mein Schiff 5 und MSC Euribia mit Tausenden von Passagieren stecken in Häfen am Persischen Golf fest (Fotos TUI Cruises und MSC Cruises)

Der Angriff der USA und Israels am Samstag auf den Iran hat in der Kreuzfahrtbranche eine spürbare Nervosität ausgelöst. Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises (Mein Schiff 4 und 5) und MSC Cruises (MSC Euribia) und anderen Reedereien müssen vorerst im Hafen bleiben, Passagiere werden aufgefordert, sich nur in den Innenräumen der Schiffe aufzuhalten, Landausflüge sind abgesagt. Tausende Kreuzfahrtgäste auf insgesamt fünf Kreuzfahrtschiffen müssen ausharren. MSC Cruises hat alle im März 2026 geplanten Kreuzfahrten ab Dubai annuliert. (Aktualisiert am 3.3.25 um 13.00 Uhr)

Absagen und Einschränkungen bei MSC Cruises und TUI Cruises

MSC Cruises hat bereits die Abfahrt der MSC Euribia ab Doha in Katar am 1. März sowie ab Dubai am 4. März offiziell abgesagt. Auch TUI Cruises hat Reisen der Mein Schiff 4 und 5 am 28. Februar, 1.,2., 5. und 9. März storniert.  Insgesamt befinden sich an Bord der beiden TUI Cruises Schiffe über 5’000 Gäste. Rund 6’000 Passagiere dürften sich in etwa auf der MSC Euribia aufhalten.

Alle Airlines haben Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Katar vorerst ausgesetzt, was die Lage zusätzlich erschwert und eine Rückreise für die Kreuzfahrerinnen und Kreuzfahrer verunmöglicht.

Aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten setzen die Airlines der Lufthansa Group Flüge (zu der auch die Schweizerische Swiss gehört) nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März aus.
Die folgenden Lufträume werden ebenfalls bis einschließlich 8. März nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran.

Darüber hinaus setzen die Airlines der Lufthansa Group Flüge von und nach Dubai bis einschließlich 4. März aus. Zudem wird der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich 4. März nicht genutzt.

Wenige Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf unterwegs

Wegen der ohnehin schon schwierigen Lage in der Region, insbesondere im Roten Meer, sind im Winter 2025/26 nur wenige Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf unterwegs. Die MSC Euribia liegt seit 28. Februar 2026 in Dubai und bleibt dort vorerst. Auch die Celestyal Discovery und die Aroya liegen in Dubai. TUI Cruises‘ Mein Schiff 4 befindet sich in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 in Doha, ebenso wie die Celestyal Journey.

AIDA und Costa verzichteten auf Reisen im Persischen Golf

Sowohl AIDA Cruises wie auch Costa Kreuzfahrten hatten schon im Sommer mitgeteilt, im Winter 2025/26 nicht im Persischen Golf unterwegs zu sein. Die Aida Prima sollte in der Wintersaison 2025/26 eigentlich vor den Vereinigten Arabischen Emiraten fahren. Aufgrund der unsicheren Lage in der Region und der Priorität der Sicherheit für Gäste und Crew hat Aida Cruises die Reisen abgesagt und stattdessen neue Routen ab Hamburg und Kiel angeboten.

Ähnlich hatte Costa Kreuzfahrten bereits im Juli entschieden, die geplanten Kreuzfahrten mit der Costa Toscana in den Emiraten nicht durchzuführen und stattdessen ein Alternativprogramm im westlichen Mittelmeer aufgelegt, um den Gästen frühzeitig verlässliche Urlaubspläne zu ermöglichen.

Sicherheitsmassnahmen an Bord der Kreuzfahrtschiffe

Die Golfstaaten sind im Winter wichtige Kreuzfahrtziele. Die Mein Schiff 4 liegt derzeit in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 in Doha. Beide Schiffe befanden sich während der ersten Angriffswellen in den Häfen der Region. Laut einem Bericht der “Kieler Nachrichten” erhielten Passagiere Notfallalarme auf ihren Mobiltelefonen, und die Crew forderte sie auf, umgehend an Bord zurückzukehren. Landausflüge wurden abgesagt, die Außendecks blieben gesperrt, und Gäste sollten sich im Inneren des Schiffes aufhalten und Fenster meiden. Schäden meldeten die Schiffe nicht.

Absage geplanter Gästewechsel und Reisen

Für Sonntag waren eigentlich reguläre Gästewechsel geplant: In Katar sollten mehr als 2.000 Passagiere von Bord gehen und neue Reisende aus Deutschland anreisen. Auch in Dubai plante die Mein Schiff 4 einen Wechsel. Aufgrund der Reisewarnungen sei eine planmässige Durchführung aktuell geplanter Reisen derzeit nicht verantwortbar, heisst es auf der Website von TUI Cruises. Alle Gäste, die sich bereits an Bord befinden oder eine Anreise geplant hatten, wurden direkt und individuell informiert.

Offizielle Mitteilung von TUI Cruises

TUI Cruises beobachtet die Situation im Nahen Osten im Persischen Golf weiterhin sehr genau und steht in engem Kontakt mit Behörden und Sicherheitsexperten. Die Lage ist derzeit unverändert. Die Gäste an Bord der Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 werden umfassend betreut, und der Bordbetrieb läuft regulär unter den gegebenen Umständen. Aufgrund der bestehenden Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes können mehrere geplante Reisen der beiden Schiffe im März 2026 nicht wie vorgesehen stattfinden. Betroffene Gäste wurden bereits informiert, und bei weiteren Änderungen erfolgt eine proaktive Kommunikation.

TUI Cruises bittet darum, von individuellen Nachfragen abzusehen, da Entscheidungen stets auf aktuellen behördlichen Empfehlungen basieren. Wegen der dynamischen Lage und eingeschränkter Flugverbindungen steht das Unternehmen zudem im Austausch mit Fluggesellschaften, um Rückreisen zuverlässig zu planen. Die Sicherheit und das Wohl der Gäste und Crew haben oberste Priorität. Ein Krisenstab arbeitet fortlaufend mit allen relevanten Partnern an der Lagebewertung und den erforderlichen Maßnahmen.

MSC Cruises reagiert auf die Sicherheitslage

Auch MSC Cruises reagierte auf die Sicherheitslage und sagte Kreuzfahrten ab. Ein Sprecher teilte mit, dass die MSC Euribia zur Sicherheit von Passagieren und Besatzung im Hafen von Dubai bleibe. Das Schiff hätte am Sonntag auslaufen sollen. Die MSC Euribia kann 6’327 Passagiere und rund 1’700 Crew-Mitglieder aufnehmen und ist im Winter 2025/2026 im Persischen Golf unterwegs.

Das offizielle Statement von MSC Cruises lautet: „Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Gäste und unserer Crew. Gemäß den Anweisungen der regionalen und internationalen Sicherheitsbehörden wird MSC Euribia bis auf weiteres im Hafen von Dubai bleiben.

Aktualisiert am 3.3.26: Die verbleibenden drei für diese Wintersaison geplanten Kreuzfahrten der MSC Euribia ab Dubai wurden nun abgesagt, alle betroffenen Gäste wurden kontaktiert und ihnen wurde eine vollständige Rückerstattung angeboten.

Der ehemalige Pressesprecher von Hotelplan, Hans-Peter Nehmer, befindet sich aktuell in Dubai. Er informiert über die Situation eines älteren Ehepaars, das seine erste Kreuzfahrt gebucht hat in Travelnews: “Wer mir leid tut, ist ein Ehepaar, das ich auf dem Flug nach Dubai kennengelernt habe. Sie haben ihre allererste Kreuzfahrt in ihrem Leben geplant – mit MSC –, freuten sich sehr und müssen nun diese Ausnahmesituation erleben”.

Zwei Schiffe von Celestyal Cruises stecken ebenfalls fest

Auch zwei Kreuzfahrtschiffe von Celestyal Cruises stecken in Dubai und Doha fest. Zur Lage der Celestyal Discovery und Celestyal Journey schreibt die Reederei: “Die Celestyal Journey wird bis zum 7. März in Doha bleiben. Vorbehaltlich der Betriebsbedingungen planen wir dann, unsere geplante Desert Days-Reiseroute wieder aufzunehmen. Gäste, die sich derzeit an Bord befinden, können wählen, ob sie bis zum 7. März auf der Journey bleiben oder in der Zwischenzeit in Doha von Bord gehen möchten.

Die Celestyal Discovery liegt derzeit in Dubai vor Anker. Gemäß den Anweisungen der örtlichen Behörden können wir derzeit keine Gäste von Bord gehen lassen. Wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen und werden mit der Ausschiffung in Dubai beginnen, sobald die Genehmigung erteilt wird. Die derzeit an Bord befindlichen Gäste werden informiert, sobald weitere Informationen vorliegen. Sobald die Ausschiffung genehmigt ist, werden wir die Gäste beim Transfer vom Schiff zum Flughafen Abu Dhabi unterstützen.

Allen Gästen, die mit den gestrichenen Kreuzfahrten reisen wollten, wird eine vollständige Rückerstattung oder eine Gutschrift für eine zukünftige Kreuzfahrt angeboten.”

Millionenschäden für MSC Cruises und TUI Cruises

Der Krieg mit dem Iran und die dadurch betroffenen Kreuzfahrtschiffe dürfte vor allem TUI Cruises, aber auch MSC Cruises Millionen von Franken kosten.

Der Bund rät von Reisen nach Israel ab, während für den Iran bereits seit einiger Zeit eine Reisewarnung gilt. Nach der Eskalation in Nahost hat das Eidgenössische Departement für äussere Angelegenheiten (EDA) am Samstag mit einer verschärften Reisewarnung reagiert. Die Entwicklung der Lage sei ungewiss. Schweizer Staatsangehörige in Israel werden darauf hingewiesen, kommerzielle Transportmittel für eine Ausreise zu nutzen. Der Entscheid zur Ausreise erfolge freiwillig, auf eigenes Risiko und auf eigene Kosten.

Gestern hat das EDA die Hinweise um weitere Länder egänzt und schreibt: “Seit dem 1. März 2026 rät das EDA von touristischen und nicht dringenden Reisen nach Bahrain, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi-Arabien und Jordanien ab.
Seit dem 2. März 2026 rät das EDA generell von Reisen in den Libanon ab.”

Warnung des Verbands Deutscher Reeder

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) warnt vor steigenden Gefahren für die Schifffahrt in der Golfregion und im Roten Meer. Die militärische Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran findet in unmittelbarer Nähe bedeutender internationaler Seehandelswege und Umschlagplätze statt, insbesondere in der Nähe der Straße von Hormus. Diese Meerenge ist für die globale Energieversorgung sowie den Container- und Tankerverkehr einer der kritischsten Engpässe weltweit. Nach aktuellen Einschätzungen ist die Passage derzeit erheblich eingeschränkt oder nicht nutzbar.

Der VDR schreibt in einer Mitteilung: “Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand befinden sich aktuell mindestens rund 25 Schiffe von sieben deutschen Reedereien in den Gewässern des Golfs. Darunter sind zwei Kreuzfahrtschiffe die die Region durch die Straße von Hormus aus Sicherheitsgründen derzeit nicht verlassen können. Darüber hinaus sind von der Lage im Nahen Osten noch weitaus mehr Schiffe deutscher Reedereien betroffen, die in der Großregion präsent sind, etwa im Arabischen Meer und im Roten Meer.”

Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des VDR, betont: „Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten und auch die Schiffe deutscher Reedereien, vor allem aber die Menschen an Bord, unmittelbar.“ Für viele Mitgliedsunternehmen sei dies eine akute operative Krise, keine abstrakte geopolitische Entwicklung. Schiffe werden, wo immer möglich, aus Gefahrenzonen herausgeführt, umgeleitet oder warten ausserhalb der Risikogebiete auf neue Anweisungen. Die Sicherheit der Besatzungen und Schiffe habe oberste Priorität. Kröger unterstreicht: „Unsere Schiffe stehen für offene Märkte und stabile Lieferketten, sie dürfen nicht in militärische Eskalationen hineingezogen werden.“ Der VDR steht in engem Austausch mit der Deutschen Marine und seinen Mitgliedsunternehmen, um die Lage kontinuierlich zu bewerten. Die zivile Handelsschifffahrt dürfe nicht zwischen die Fronten militärischer Konflikte geraten. Alle beteiligten Akteure sind aufgerufen, die Freiheit und Sicherheit der internationalen Seewege zu achten und zu gewährleisten.

Ausblick und Bedeutung für die Kreuzfahrtbranche

Die aktuelle Lage im Persischen Golf und den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt eindrücklich, wie stark geopolitische Konflikte die Kreuzfahrtbranche und die internationale Schifffahrt beeinflussen können. Die Sicherheit von Passagieren, Besatzung und Schiffen steht dabei an oberster Stelle. Die Entwicklungen werden weiterhin genau beobachtet, und die betroffenen Reedereien passen ihre Reisepläne entsprechend an, um Risiken zu minimieren und die Sicherheit zu gewährleisten.

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Website: rettenmund.com