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Herausforderungen für A-Rosa Silva und A-Rosa Clea: So geht die Reise ohne Basel weiter

A-Rosa Clea im Hafen von Huningue/Hüningen (Foto Stieger)

In der Saison 2026 müssen Gäste der A-Rosa Silva und der A-Rosa Clea auf den geplanten Halt in Basel verzichten. Stattdessen erfolgt das Verlassen des Schiffes im französischen Huningue/Hüningen. Grund dafür sind die komplexen arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für Drittstaatspersonal auf Schweizer Schiffen. Die Branchenzeitschrift fvw berichtet: «Das war nicht geplant: Arosa kann auf mehreren Flussreisen mit der A-Rosa Silva und der A-Rosa Clea in diesem Jahr nicht wie eigentlich vorgesehen Basel anlaufen. Hintergrund sind die Schweizer Arbeitsregeln für ausländische Besatzungsmitglieder, die nicht aus der EU kommen. Dabei sollte ab diesem Jahr eigentlich alles einfacher werden.»

Langjährige Herausforderungen am Basler Rheinhafen

Seit fast zwanzig Jahren steht der Basler Rheinhafen vor einer bedeutenden Herausforderung, die den Betrieb und die wirtschaftliche Entwicklung des Kreuzfahrthafens stark beeinflusst. Viele Flusskreuzfahrtschiffe beschäftigen sogenanntes Drittstaatspersonal, also Mitarbeitende aus Ländern ausserhalb der EU und der EFTA, häufig aus Indonesien.

Die Erteilung von Arbeitsbewilligungen gestaltete sich aufgrund eines «negativen Kompetenzkonflikts» zwischen deutschen und Schweizer Behörden schwierig. Ursprünglich war die deutsche Botschaft zuständig, zog sich jedoch zurück, da die Schiffe unter Schweizer Flagge fahren. Die Schweizer Behörden verweigerten die Bewilligungen mit der Begründung, dass die Schiffe überwiegend in ausländischen Gewässern unterwegs sind.

Auswirkungen auf den Kreuzfahrthafen Basel

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) stellte zwar die grundsätzliche Erlaubnis zur Anstellung von Drittstaatlern in Aussicht, verlangte jedoch, dass diese pro Saison mindestens zehn Tage auf Schweizer Gebiet tätig sein müssen. Diese Vorgabe war angesichts der kurzen Liegezeiten in Basel kaum erfüllbar. Viele Reedereien entschieden sich deshalb, Basel in der Saison 2025 nicht mehr als Start- oder Endpunkt zu nutzen und stattdessen französische Häfen einzubeziehen. Für den Kreuzfahrthafen Basel bedeutete dies erhebliche Einbussen: Rund 220 Liegeplatz-Reservationen wurden storniert, was einen Einnahmeausfall von fast einer halben Million Franken zur Folge hatte.

Neue Regelung ab 2026 bringt Erleichterungen

Eine pragmatische Lösung, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft tritt, bringt nun Erleichterungen: Drittstaatler auf Schweizer Schiffen können bereits ab dem ersten Tag eine Arbeitsbewilligung erhalten, und ausländische Kabinenschiffe dürfen ihre Mitarbeitenden die ersten acht Tage bewilligungsfrei beschäftigen. Diese Regelung hebt die bisherige 10-Tage-Bedingung auf und schafft Rechtssicherheit für die Branche.

A-Rosa kann nicht profitieren – Alternativhafen Hüningen

A-Rosa profitiert jedoch nicht von dieser Neuregelung, da die Crew-Anstellung über die in der Schweiz (Chur) ansässige Tochtergesellschaft erfolgt, obwohl der Firmensitz in Rostock liegt. Eine kurzfristige Anpassung und Einholung neuer Arbeitsvisa ist laut A-Rosa nicht möglich. Deshalb musste das Reiseprogramm angepasst werden, und die A-Rosa Silva und die A-Rosa Clea werden in der Saison 2026 nicht in Basel anlegen, sondern stattdessen den grenznahen Hafen Hüningen in Frankreich anlaufen. Von dort ist das Basler Stadtzentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln in rund 20 Minuten erreichbar, und organisierte Ausflüge nach Basel werden ab Hüningen angeboten.

Andere Reedereien bleiben von der Problematik verschont

Andere Reedereien sind von dieser Problematik nicht betroffen, da sie ihren Firmensitz ausserhalb der Schweiz haben und die neuen Bestimmungen bereits berücksichtigen. Phoenix Reisen geht davon aus, Basel anlaufen zu können. Auch Nicko Cruises zeigt sich gegenüber fvw zuversichtlich, dass die erforderlichen Bewilligungen rechtzeitig vorliegen werden.

Die Situation verdeutlicht die Bedeutung klarer und praktikabler arbeitsrechtlicher Regelungen für den Flusskreuzfahrtmarkt. Nur so kann der Standort Basel als attraktiver Hafen erhalten bleiben und den Bedürfnissen der Reedereien und ihrer Mitarbeitenden gerecht werden. Die Anpassungen bei A-Rosa zeigen, wie flexibel auf solche Herausforderungen reagiert werden muss, um den Gästen weiterhin attraktive Reiseerlebnisse zu ermöglichen.

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Website: rettenmund.com