Lösungsansätze für eine CO2-emissionsfreie Schifffahrt an der Seadevcon

Die SEADEVCON Special ‘20 ( www.seadevcon.com ) ist bereit, ihre Türen am 24. September in Hamburg zu öffnen. Bei der Bekanntgabe des endgültigen Programms der Konferenz, die sich mit dem Beitrag der maritimen Industrie zum Klimawandel beschäftigt, kommentiert Carsten Bullemer, Gründer und Organisator der SEADEVCON: “Unter den sehr schwierigen Umständen in Zeiten der Pandemie ist es uns, glaube ich, gelungen, eine Veranstaltung zusammenzustellen, die nicht nur das Bewusstsein um das Problem wachhalten, sondern der Diskussion auch wichtige neue Impulse geben wird.”

Bedeutende Entwicklungen im Europäischen Parlament aus der letzten Woche haben die öffentliche Debatte neu belebt: Am 14. September verabschiedete der Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) zwei Vorschläge: Die Emissionen des maritimen Sektors sollen von 2022 ab in die Kommissionsvorschläge eingeschlossen werden, die darauf abzielen, die Europäische Union bis 2050 “klimaneutral” zu machen; und Schiffe sollen bis 2030 bei Emissionen um 40% effizienter werden.

Verantwortung für Planeten und folgende Generationen gerecht werden

Jutta Paulus, MDEP (Fraktion der Grünen / Freie Europäische Allianz), Berichterstatterin für den ENVI-Bericht, nahm kein Blatt vor den Mund, als sie die Vorschläge des Komitees präsentierte: “ Dieses Haus hat im November letzten Jahres den Klimanotstand ausgerufen. Wir müssen unserer Verantwortung für den Planeten und für die folgenden Generationen gerecht werden.”

In einer Live-Schaltung wird sich Paulus von Brüssel aus an der Konferenz beteiligen und den Anwesenden ein Update zum Stand der Dinge geben. Bullemer betont: “Wir freuen uns sehr über Jutta Paulus’ Teilnahme. Ihre Initiative hätte nicht ermutigender und rechtzeitiger sein können. Sie unterstreicht die Dringlichkeit der Lage und gibt unserer Veranstaltung zusätzliche Relevanz.”

Die maritime Konferenz – die in einem der Zelte stattfindet, die für die 12. Hamburger Klimawoche auf dem Rathausmarkt, im Herzen der Stadt, aufgestellt werden – wird in einem Format ausgerichtet, das alle Sicherheitsvorschriften erfüllt und gleichzeitig ein unverzichtbares Forum bietet, in dem die problematischen Auswirkungen der kommerziellen Schifffahrt auf den Klimawandel thematisiert werden.

Während die Zahl der Teilnehmer vor Ort auf 70 begrenzt wird, und der Vorverkauf läuft sehr gut, kann die Veranstaltung online hier live verfolgt werden: https://seadevcon.com/live/ .

Das jetzt veröffentlichte Programm des halbtägigen Events besteht nach den Eröffnungsworten aus drei Bausteinen: einer Panel-Diskussion mit leitenden Vertretern der Industrie und NGO-Repräsentanten zu “Decarbonisation in the maritime and logistics sectors” einer Serie von “Green and blue startup presentations”, in denen junge Unternehmen und Unternehmer ihre Lösungsansätze zur Erreichung einer CO2-emissionsfreien Schifffahrt präsentieren; und dem Höhepunkt zum Abschluss, die Verleihung des SEADEVCON Maritime Award 2020, der jährlich eine Persönlichkeit ehren soll, deren “Lebenswerk beispielhaft für den Kampf um eine nachhaltige und respektvolle Nutzung der Weltmeere” steht.

Professor Dr. Markus Rex, Leiter Physik der Atmosphäre im Bereich Klimawissenschaften des Alfred- Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, in Potsdam

Auszeichnung für Professor Dr. Markus Rex

Der diesjährige Preis geht an Professor Dr. Markus Rex, Leiter Physik der Atmosphäre im Bereich Klimawissenschaften des Alfred- Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, in Potsdam. Rex leitet das aktuelle historische Projekt MOSAiC (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate), an dem Hunderte von Wissenschaftlern aus 20 Ländern beteiligt sind (www.mosaic-expedition.org ).

MOSAiC ist die erste ganzjährige Expedition in die Zentrale Arktis zur Erforschung des arktischen Klimasystems, mit einem Budget von mehr als €140 Millionen. Um das Prinzip der Kontinuität zu unterstreichen, wird der Autor und Expeditionsleiter Arved Fuchs, Gewinner im Jahr 2019, den diesjährigen Preisträger einführen.

Rex wird sich in die Konferenz online vom Nordpol – wo er sich an Bord seines modernen Forschungsschiffs, des deutschen Eisbrechers Polarstern, befindet – einwählen. Rex stellt fest: “Während ich mich sehr darüber freue, den Preis nicht nur für mich, sondern für mein ganzes Team gewonnen zu haben, ist das Wichtigste daran, dass die Ehrung dazu beiträgt, in breiteren Kreisen das Bewusstsein um das akute Problem des globalen Klimawandels und die ernsthafte Bedrohung, die er für die Menschheit darstellt, zu wecken. Und es beginnt und endet alles mit der Arktis.”

Reale Gefahrt der CO2-Emissionen nicht aus den Augen verlieren

Zum Abschluss unterstreicht Bullemer, wie wichtig es ist, die Konferenz besonders in Zeiten durchzuführen, wo viele andere Veranstaltungen nicht stattfinden können: “Einfach abzusagen war nie eine Option für uns, denn selbst in der derzeitigen schwierigen Situation dürfen wir die sehr reale Gefahr, die aus den CO2- Emissionen erwächst, nicht aus den Augen verlieren. Stattdessen haben wir uns der Herausforderung gestellt, ein neues Format zu entwickeln, das die öffentliche Debatte am Leben erhält. Dementsprechend haben wir die diesjährige Konferenz in die SEADEVCON Special ‘20 umfirmiert.” —

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