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Verstärkter Kampf gegen die Steinkorallen-Krankheit in der Karibik

Steinkorallen sind bedroht (Foto MSC Foundation)

Diese Woche haben sich in Miami führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Karibikregion zu einem Expertenworkshop getroffen, um ihre Massnahmen gegen die Stony Coral Tissue Loss Disease (SCTLD) zu intensivieren. Diese Krankheit, die den Gewebeverlust bei Steinkorallen verursacht, gilt als eine der grössten Bedrohungen für die Korallenriffe in der Karibik – besonders in Florida und auf den Bahamas.

Dringender Handlungsbedarf und gemeinsame Verantwortung

Dr. Rhianna Neely-Murphy, Leiterin des Bahamas Department of Environmental Planning and Protection, betonte in ihrem Vortrag die grosse Herausforderung durch SCTLD, sieht darin aber auch eine Chance: „SCTLD bietet uns die Möglichkeit, unseren verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt zu stärken, wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu beschleunigen und die lokalen Gemeinden zu befähigen, die Widerstandsfähigkeit der Korallen zu erhöhen.“ Seit dem ersten Auftreten der Krankheit bedroht sie die riffbildenden Korallen auf den gesamten Bahamas in einem bisher unbekannten Ausmass.

Koordination und Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Die Teilnehmenden des Workshops waren sich einig, dass die Komplexität der Krankheit ein koordiniertes Vorgehen erfordert. Ein offener Austausch von Daten, bewährten Verfahren und eine verstärkte wissenschaftliche Zusammenarbeit sind entscheidend, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.

Dr. Aaron Hartmann vom Perry Institute for Marine Science erklärte: „Korallenkrankheiten machen nicht an Landesgrenzen Halt – und unsere Massnahmen dürfen das auch nicht. Durch den Austausch von Daten und Behandlungsmethoden erhöhen wir die Chancen für die Erholung der Riffe, der Fischerei und der Gemeinden, die von ihnen abhängig sind.“

Fünf zentrale Themen für den Schutz der Riffe

Der Workshop brachte Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Forschungseinrichtungen, Naturschutzorganisationen und Restaurierungsprojekten aus der gesamten Karibik zusammen. Im Fokus standen fünf zentrale Themen:

  • Aktuelle Ausbreitung und Risiken der SCTLD in Florida, auf den Bahamas und der Karibik

  • Bewertung bestehender Notfall- und Krankheitsmanagementmassnahmen

  • Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Möglichkeiten für den Datenaustausch

  • Stärkung nationaler und regionaler Kapazitäten

  • Integration des Wissens in Massnahmen zur resilienten Wiederherstellung von Korallenriffen

David Smith, Chief Scientific Adviser der MSC Foundation, fasste zusammen: „Das Ausmass der SCTLD ist so gross, dass kein Land diese Herausforderung allein bewältigen kann. Nur durch Zusammenarbeit können wir wirksame Schutzmassnahmen entwickeln.“

Bedrohung für Biodiversität, Fischerei und Küstenschutz

Seit dem ersten Auftreten der Krankheit in Florida 2014 hat sich SCTLD in vielen Karibikstaaten ausgebreitet. Sie befällt Steinkorallen und kann ganze Riffsysteme rasch zerstören. Das bedroht nicht nur die marine Biodiversität, sondern auch wichtige Wirtschaftszweige wie Fischerei und Tourismus sowie den natürlichen Küstenschutz.

Auf den Bahamas arbeiten Behörden, Forschungseinrichtungen und Naturschutzorganisationen bereits eng zusammen, um Überwachungs- und Behandlungsmassnahmen weiterzuentwickeln und die Auswirkungen der Krankheit einzudämmen.

Was ist die Stony Coral Tissue Loss Disease?

SCTLD führt zu schnellem Gewebeverlust bei Steinkorallen und kann innerhalb weniger Monate ganze Korallenkolonien zum Absterben bringen. In Florida wurden Rückgänge der Korallenbedeckung von bis zu 60 Prozent dokumentiert.

Zehntausende Korallen wurden bereits mit experimentellen Methoden behandelt, darunter Antibiotikabehandlungen mit Überlebensraten von bis zu 84 Prozent nach drei Jahren sowie probiotische Ansätze. Trotzdem hat die Krankheit inzwischen grosse Teile der karibischen Riffe befallen und stellt eine grosse Herausforderung für den Schutz der marinen Ökosysteme dar.

Anlass des Workshops und weitere Schritte

Der Workshop wurde initiiert, nachdem 2025 bei Untersuchungen rund um Ocean Cay eine zunehmende Verbreitung der Krankheit festgestellt wurde. An einigen Standorten waren bis zu zehn Prozent der Korallen betroffen, während 2019 noch keine Krankheitsanzeichen dokumentiert wurden.

Die MSC Foundation unterstützt gemeinsam mit dem Perry Institute for Marine Science Behandlungsmassnahmen, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und besonders gefährdete Korallen zu schützen.

Breite Beteiligung für nachhaltigen Schutz

Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Ländern und Organisationen, darunter Behörden, Universitäten, Naturschutzorganisationen und Forschungsinstitute aus den Bahamas, den USA, Mexiko, der Dominikanischen Republik, Curaçao, Saudi-Arabien und weiteren Staaten.

Diese gemeinsame Anstrengung zeigt, wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist, um die einzigartige Schönheit und Bedeutung der Karibikriffe für zukünftige Generationen zu bewahren.

Mit vereinten Kräften und wissenschaftlicher Expertise setzen sich die Expertinnen und Experten dafür ein, die verheerenden Folgen der Stony Coral Tissue Loss Disease einzudämmen und die Widerstandsfähigkeit der Korallenriffe nachhaltig zu stärken. Für alle, die die faszinierende Unterwasserwelt der Karibik lieben, ist das eine gute Nachricht.

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Website: rettenmund.com