Die Zahlen des Reisejahres 2025 zeigen eindrücklich, dass das Reisen für viele Menschen weiterhin einen hohen Stellenwert hat – trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten. Die Deutschen gaben für ihren vorab gebuchten mehrtägigen Urlaub eine Rekordsumme von 87,9 Milliarden Euro aus, was über fünf Prozent mehr als im Vorjahr bedeutet. Die Anzahl der Reisenden blieb stabil, während die Anzahl der Reisen leicht zurückging. Besonders gefragt waren Auslands- und Flugreisen, während Urlaube und Tagesausflüge im Inland rückläufig waren. Ein besonders starkes Wachstum verzeichnen Hochsee- und Flusskreuzfahrten.
Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Albin Loidl, fasst die Situation zusammen: „Reisen bleibt für die Menschen ein Grundbedürfnis – selbst in wirtschaftlich und geopolitisch unsicheren Zeiten. Das konstant hohe Reisevolumen zeigt: Urlaub hat weiterhin hohe Priorität.“ Die Präsentation dieser Ergebnisse erfolgte zum Auftakt der ITB Berlin, der führenden Reisemesse, die jedoch von der Eskalation im Nahen Osten überschattet wurde.
Kreuzfahrten als Wachstumstreiber
Kreuzfahrten sind erneut ein starker Wachstumsmotor für die deutsche Reisewirtschaft. Die Ausgaben für Hochsee- und Flusskreuzfahrten stiegen um acht Prozent auf rund 6,7 Milliarden Euro. Albin Loidl betont: „Die Kreuzfahrt überzeugt mit klar kalkulierbaren Leistungen und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis – das kommt in preissensiblen Zeiten besonders gut an.“
Das beliebteste Fahrtgebiet bei der Hochsee war mit einem Anteil von 37 Prozent die Nordsee, gefolgt vom westlichen Mittelmeer mit 20 Prozent sowie dem Atlantik einschließlich Kanaren, Madeira, Kapverden, Azoren und Portugal mit 14 Prozent. Auf das Fahrgebiet Ostsee und Baltikum entfallen 7 Prozent, für Karibik, Mittel- und Südamerika ein Anteil von über sechs Prozent. Rund fünf Prozent aller Reisen führen ins östliche Mittelmeer. Jeweils rund zwei Prozent der Hochseekreuzfahrten hatten die Karibik und Mittel- und Südamerika, den Arabischen Golf/Orient/Ägypten, Transatlantik- & Weltreisen sowie Asien/Ozeanien/Australien zum Ziel.
Bei der Flusskreuzfahrt fuhren die meisten Gäste auf dem Rhein und den Nebenflüssen (44 Prozent), gefolgt von der Donau (22 Prozent) sowie Flüssen in Frankreich (14 Prozent) und dem Nil (9 Prozent).
Organisierte Reisen gewinnen an Bedeutung
Der organisierte Reisemarkt, also Pauschal- und Bausteinreisen, wächst überproportional um 9,3 Prozent auf 43,4 Milliarden Euro. Damit entfallen rund die Hälfte der Umsätze auf über Reiseveranstalter gebuchte Reisen. Loidl erklärt: „Pauschal- und Bausteinreisen gewinnen weiter Marktanteile. Viele Kunden setzen bewusst auf verlässliche Angebote und professionelle Betreuung – und damit auf Sicherheit.“ Besonders Fernreisen, Kreuzfahrten und Flugpauschalreisen ins östliche Mittelmeer erfuhren einen Aufschwung.
Individuell organisierte Reisen gingen hingegen zurück, sowohl im Ausland als auch im Inland, besonders im Sommer.
Preissensibilität und Sparpotenziale
Trotz der hohen Ausgaben für Reisen sind viele Urlauber preissensibler geworden. Loidl erläutert: „Viele Urlauber gönnen sich die Auszeit, aber geben während des Aufenthaltes im Zielgebiet weniger aus.“ Die Nebenausgaben für Restaurantbesuche und vor Ort gebuchte Reiseleistungen sanken. Um Kosten zu sparen, werden günstigere Reiseziele gewählt, Nebensaisonzeiten genutzt und All-Inklusive-Angebote verstärkt gebucht. Zudem erfolgt die Buchung vieler Reisen deutlich früher, was bessere Preise und mehr Planungssicherheit ermöglicht.
Die stationären Reisebüros erzielten einen Umsatz von 21 Milliarden Euro, davon 14,3 Milliarden im Privatkundengeschäft und 6,7 Milliarden bei Geschäftsreisen.
Diese Entwicklungen unterstreichen, dass Kreuzfahrten und organisierte Reisen auch in herausfordernden Zeiten eine verlässliche und beliebte Urlaubsform bleiben. Die klare Kalkulierbarkeit und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis machen Kreuzfahrten besonders attraktiv.









