Anlässlich des 100. Todesjahres Albert Ballins präsentiert das Auswanderermuseum BallinStadt ab dem 27. April in Hamburg die Sonderausstellung „Tatmensch. Albert Ballin“. Der berühmte Reeder war viel mehr als der Schöpfer der Auswandererhallen und Namensgeber des heutigen Museums. Die Sonderausstellung ist vom 27. April bis 15. August 2018 von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr in Haus 3 der BallinStadt zu sehen.
Albert Ballin war ein wahrer Hamburger Selfmademan, der es aus ärmlichen Verhältnissen ganz nach oben schaffte: zum persönlichen Freund des Kaisers, Verhandlungspartner von Churchill und zum Generaldirektor der HAPAG, die er zur größten Reederei der Welt machte. Ballin mit seiner ungewöhnlichen und vielschichtigen Persönlichkeit prägte Hamburgs Stadtbild, verband Kontinente und Menschen. Dennoch blieb er stets ein Außenseiter.
Albert Ballin: Erfinder der Kreuzfahrt
Spannend aufbereitete Text- und Bildtafeln mit Anekdoten, Erinnerungen, Zeitzeugen und Wegbegleiter verbunden mit modernster Museumstechnik lassen Ballin in der Sonderausstellung erneut lebendig werden: Nicht nur als Diplomat, „Kaiserjude“, Geschäftsmann oder Erfinder der Kreuzfahrt, sondern auch mit all seinen Freundschaften, seiner Familienliebe und seinem berüchtigten Humor.
Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, als jüngstes von 13 Geschwistern einer dänisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, übernahm Albert Ballin schon früh Verantwortung. Nach dem Tod seines Vaters 1874 musste Ballin mit 17 Jahren, in die von Ballin sen. gegründete kleine Auswandereragentur Morris & Co. einsteigen. Die Firma vermittelte Auswanderungswilligen Schiffspassagen nach England und weiter nach Nordamerika. Sein früher Geschäftserfolg, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, machte die HAPAG auf ihn aufmerksam. 1886 stieg Albert Ballin bei der Reederei ein und baute das Passagegeschäft aus. Bereits 13 Jahre später wurde er Generaldirektor des Unternehmens. Auch der Bau der Auswandererhallen auf der Veddel, die 1901 feierlich eröffnet wurden, war sein Verdienst. Sein Konzept, zur besseren Schiffsauslastung im Winter Kreuzfahrten ins Mittelmeer und später auch zu anderen Zielen anzubieten, hatte ebenfalls großen Erfolg. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere machte Ballin die HAPAG zur größten Reederei der Welt.
Erster Weltkrieg wurde zur Katastrophe für HAPAG
Früh sah er die Katastrophe des Ersten Weltkriegs, die auch zu einer Katastrophe für die HAPAG werden sollte, kommen. Allerdings reichte sein politischer Einfluss nicht aus, Berlin von seiner friedensbedrohlichen und englandfeindlichen Politik abzubringen. Durch den Ausbruch des Krieges fühlte Ballin sein Lebenswerk zerstört. In seiner Frustration und Ohnmacht schied Albert Ballin, wahrscheinlich auf eigenem Entschluss, zwei Tage vor Ende des Krieges, am 9. November 1918 aus dem Leben.
Die Sonderausstellung „Tatmensch. Albert Ballin“ ist vom 27. April bis 15. August 2018 von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr in Haus 3 der BallinStadt zu sehen.
Über die BallinStadt: Das Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg wurde im Juli 2007 eröffnet. Nach einer Erweiterung zeigt das Museum seit Mai 2016 die Migrationsgeschichte der Menschheit seit dem 16. Jahrhundert bis heute umfänglich aus Sicht der Aus- wie Einwanderungsländer mit allen Hindernissen, Wünschen und Träumen, die die Menschen auf ihrem Weg in eine neue Heimat begleiten. Zudem wird in der Ausstellung auch das Leben und Wirken Albert Ballins, dem Gründer der damaligen Auswandererhallen in Hamburg und Namensgeber des Museums, präsentiert.
Weitere Informationen unter www.ballinstadt.de
Eintrittspreise:
• Erwachsene 13,00 €, ermäßigt 11,00 €, Kinder (5-12 Jahre) 7,00 €
• Gruppen (ab 10 Personen) 11,00 €
• Familienkarte (2 Erwachsene, 2 Kinder) 28,00 €
• Kleinfamilie (1 Erwachsener, 2 Kinder) 21,00 €
Öffnungszeiten: täglich
• April bis Oktober: Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
• November bis März: Montag bis Sonntag von 10 bis 16:30 Uhr










