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NABU fordert Ausbau der Landstromversorgung für Container- und Kreuzfahrtschiffe

Die Schifffahrt steht vor einem wichtigen Wandel – und die Bundesregierung unterstützt diesen mit erheblichen Fördermitteln. Insgesamt 400 Millionen Euro stellt der Bund bereit, um die Schifffahrt und Häfen klimafreundlicher zu gestalten. Ein zentraler Baustein dabei ist der Ausbau der Landstromversorgung in deutschen Häfen. Diese Massnahme ist dringend nötig, wie eine aktuelle Studie von Transport & Environment zeigt.

Warum ist Landstrom so wichtig?

Container- und Kreuzfahrtschiffe verbrauchen im Hafen oft noch fossile Brennstoffe, um ihre Motoren für Stromversorgung an Bord laufen zu lassen. Das verursacht hohe Emissionen und belastet die Luftqualität in Hafenstädten erheblich. Häfen gelten als Emissionshotspots – mit negativen Folgen für Klima und Gesundheit. Landstrom bedeutet, dass Schiffe im Hafen ihre Motoren abschalten und stattdessen Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Dieser Strom kann klimaneutral erzeugt werden und reduziert die Luftverschmutzung während der Liegezeit auf nahezu null.

Der Stand der Landstromversorgung in Europa

Die Studie von Transport & Environment zeigt deutlich: In den meisten europäischen Häfen fehlen ausreichend Landstromanschlüsse, um die ab 2030 gesetzlich vorgeschriebene Pflicht für Container- und Kreuzfahrtschiffe umzusetzen. Kein Hafen in der EU verfügt derzeit über genügend Infrastruktur, um diese Anforderungen zu erfüllen. Selbst in Deutschland ist die Versorgung noch unzureichend – in Bremen sind beispielsweise nur 4 von 22 Liegeplätzen mit Landstrom ausgestattet.

Positiv hervorzuheben sind jedoch erste Fortschritte: Hamburg hat bereits 13 Landstromanschlüsse in Betrieb, und auch die grossen Ostseehäfen setzen vermehrt auf diese Technologie. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Ausbau gelingen kann, wenn finanzielle Mittel und klare politische Vorgaben zusammenkommen.

Die Rolle der Bundesregierung und die NABU-Forderungen

Mit den bereitgestellten 400 Millionen Euro fördert der Bund nicht nur den Ausbau von Landstrom, sondern auch die Entwicklung von E-Fuels sowie die Einrichtung sogenannter „Grüner Korridore“. Diese Korridore sind spezielle Schifffahrtsrouten, auf denen klimaneutrale Schiffe verkehren sollen. So will die Bundesregierung die maritime Energiewende vorantreiben und die Schifffahrt nachhaltiger gestalten.

Der NABU begrüsst diese Massnahmen ausdrücklich. Sönke Diesener, Schifffahrtsexperte beim NABU, betont: „Landstrom und E-Fuels sind essenziell für die Erreichung der Klimaneutralität auf dem Wasser und für saubere Luft in Hafenstädten.“ Gleichzeitig warnt er davor, Fördermittel für fossile Infrastruktur wie LNG (Flüssigerdgas) oder Biokraftstoffe zu verwenden. Stattdessen sollten die Investitionen konsequent in zukunftsfähige, klimafreundliche Technologien fließen.

Ein langer Weg mit grossen Chancen

Die Transformation der Schifffahrt bringt Herausforderungen mit sich, bietet aber auch enorme Chancen – insbesondere für die deutsche Wirtschaft. Die NABU-Analyse zeigt, dass es noch viel zu tun gibt, um die Landstrompflicht ab 2030 umzusetzen. Dafür braucht es neben finanzieller Unterstützung auch ein klares Bekenntnis zu Klimaschutz und Gesundheitsschutz.

Der NABU setzt sich weiterhin dafür ein, dass die Infrastruktur für Landstrom und E-Fuels konsequent ausgebaut wird. Die Unterstützung durch die Bundesregierung sieht er als wichtigen Schritt in die richtige Richtung: „Es ist gut zu sehen, dass die neue Bundesregierung diese Bestrebungen kontinuierlich fortsetzt, im Sinne des Klimaschutzes und der Planungssicherheit der Branche“, so Diesener.

Der Ausbau der Landstromversorgung ist ein zentraler Baustein, um die Schifffahrt klimafreundlicher zu machen und die Luftqualität in Hafenstädten zu verbessern. Die bereitgestellten Fördermittel der Bundesregierung sind ein wichtiger Impuls. Nun gilt es, diese Mittel schnell und zielgerichtet in nachhaltige Lösungen zu investieren – für eine saubere und zukunftsfähige maritime Branche.

Weitere Informationen zur Studie von Transport & Environment findest Du hier: : https://www.transportenvironment.org/articles/european-ports-unplugged

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Website: rettenmund.com