Artania erhält Verschönerungs-Kur in der Lloyd Werft

Artania von Phoenix Reisen (Foto Christian Eckardt)

Bei der Lloyd Werft Bremerhaven GmbH wird am 17. November für rund drei Wochen das 231 Meter lange Kreuzfahrtschiff Artania von Phoenix Reisen im Kaiserdock II der Werft erwartet. Neben den routinemäßigen Klassearbeiten am Schiff werden über 250 Kabinen von der Reederei überholt. Um den 6. Dezember soll das Flaggschiff von Phoenix Reisen die Werft für die nächste Kreuzfahrt wieder verlassen.

“Dieser Auftrag passt zu uns” so Werftchef Rüdiger Pallentin. “…und außerdem eine schöne Bestätigung unserer guten Arbeit auf der Lloyd Werft”. Auf der seit 2 Jahren sehr gut ausgelasteten Lloyd Werft freut man sich auf die “Artania”.

Modernisierungsarbeiten im Hotel- und Kabinenbereich

Neben den von der Lloyd Werft durchgeführten Wartungs- und Klassearbeiten erfolgen auch direkt von der Eignerreederei ausgeschriebene Modernisierungsarbeiten im Hotel- und Kabinenbereich, so an der Pacific Lounge und dem Jamaica Club. In über 200 Kabinen und öffentlichen Bereichen werden zudem Teppiche, Polster, Tapeten und viele Details aufgefrischt und neugestaltet. Hierzu leistet die Lloyd Werft die logistische Unterstützung.

Das 1984 in Helsinki als “Royal Princess” für Princess Cruises erbaute und seinerzeit von Lady Diana getaufte Kreuzfahrtschiff, befand sich von 2005 bis 2011 als “Artemis” im Besitz von P&O Cruises. Im April 2011 wurde es an die V. Ships-Tochter Artania GmbH veräußert, Charterer ist seitdem der deutschsprachige Reiseveranstalter Phoenix Reisen. Nach der Übernahme durch den neuen Eigner erfolgte im Frühjahr 2011 ein vierwöchiger Großumbau bei der Bremerhavener Lloyd Werft. Vor fünf Jahren erhielt die “Artania” auf der Lloyd Werft dann im Rahmen einer weiteren großen Werftzeit vier neue energieeffiziente Wärtsilä-Hauptmaschinen.

Bis zu 120 Mitarbeiter der Lloyd Werft verschönern die Artania

Für Jochen Mehrtens, Projektleiter der Lloyd Werft, ist der anstehende Auftrag bereits die vierte Zusammenarbeit mit dem Schiff. “In Spitzenzeiten werden wohl bis zu 120 Mitarbeiter der Werft in dieses Projekt eingebunden” erklärte Mehrtens, “dazu kommt dann noch ein bunter Strauß von ortsansässigen Zulieferbetrieben, die an dem Projekt beteiligt sind. Für viele Mitarbeiter der Werft, die aktuell in dem Yacht Neubauprojekt eingebunden sind, bedeutet dieser Auftrag auch wieder eine willkommene Abwechslung, da wir ja eigentlich auch eine klassische Reparatur- und Umbauwerft sind” erläutert der Ingenieur für Schiffsbetriebstechnik weiter. “Die größte Herausforderung wird es sein, aus der gut organisierten Struktur im Neubaubereich nun in ein äußerst flexibles arbeiten im Reparaturbereich zu wechseln, denn bei einem Reparaturauftrag ergeben sich immer wieder unvorhergesehene Dinge. Meine Aufgabe als Projektleiter ist es Struktur in die stündlich wechselnden Aufgaben zu bringen, um den Auftrag für den Kunden mit einer hohen Qualität und im gesetzten Zeitrahmen abzuarbeiten”.

Zunächst geht die für 1.260 Gäste ausgelegte Artania (44.588 BRZ) nach Abschluss einer Kanaren- und Westeuropareise am 17. November an das Columbus Cruise Center. Nachdem dort die Passagiere und ein Großteil der Crew das Schiff verlassen haben, wird die “Artania” mit Schlepperhilfe zur benachbarten Lloyd Werft Bremerhaven verholt. Dort werden in den folgenden Wochen von dem Team der Lloyd Werft unter anderem die Lüfterkanäle und die Opferanoden am Rumpf erneut. Neben Stahlreparaturen im Bereich der Außenhaut und im Bereich der Tanktoppplatten werden auch die Abgasrohre erneuert, Tanks gereinigt, Außenbordarmaturen und diverse Ventile überholt, Elektromotoren und die Vorwärmer der Kraftstoffeinspritzanlage gewartet. Auch wird das Schiff gewaschen und konserviert, immerhin eine Fläche von rund 10.000 Quadratmeter. Weiterhin ist die Werft für die logistische Gestaltung für den Umbau der Kabinen und weiterer logistischer Arbeiten verantwortlich.

Arbeiten in der Werft müssen bis Anfang Dezember abgeschlossen sein

Bis Anfang Dezember müssen die umfangreichen Werftarbeiten abgeschlossen sein, dann startet die Artania zu einer ersten vorweihnachtlichen Reise entlang des Ärmelkanals. An Bord des beliebten Kreuzfahrtschiffes finden auch immer wieder Dreharbeiten für die beliebte ARD-Vorabend-Doku-Serie “Verrückt nach Meer” statt. Die Reederei Bernhard Schulte Cruise Services und Phoenix Reisen investieren regelmäßig in deren Flotte, um diese immer auf den neuesten Stand der Technik und Sicherheit zu halten. So wurde erst in diesem Sommer die mittlerweile 46 Jahre alte “Albatros”, die ebenfalls für Phoenix Reisen verkehrt, im Dock der Lloyd Werft für eine Woche trocken gestellt. Aufgrund eines Defektes an einem Bugstrahlruder steuerte das 205 Meter lange Kreuzfahrtschiff die Werft an der Unterweser an. Während der einwöchigen Werftzeit wurden von der Lloyd Werft zudem noch kleinere Decks- und Außenhautreparaturen durchgeführt, die Wellenabdichtung erneuert, im Bereich des Müllverbrennungsraum eine neue Kühleinheit installiert und ein Ballastwassertank zu einem Bio-Sludge-Tank umgebaut, in dem die festen Rückstände aus den Abwasserbehandlungsanlagen gesammelt werden. Nachdem die Rettungs- und Tenderboote der “Albatros” an Land gesetzt wurden, konnten dann auch die Davits der Rettungsboote überholt werden.

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