An Bord der MS Fram testete HX Expeditions erstmals in der Arktis ein System, das Wale mithilfe von Wärmebildtechnik und künstlicher Intelligenz in Echtzeit erkennen soll. Der Versuch könnte Brückenteams künftig früher auf Wale aufmerksam machen und dazu beitragen, Störungen und das Kollisionsrisiko für die Tiere zu verringern. Der Feldversuch war ein Höhepunkt einer Saison, in der Forschung fester Bestandteil der Reisen war.
Auf 31 Expeditions-Seereisen brachte HX seine Gäste mit der Tierwelt, den Landschaften und lokalen Gemeinden der Arktis in Kontakt. Gäste und Expeditionsteams steuerten 26.491 Beiträge zu Citizen-Science-Projekten bei. Zudem verlängerte HX sein Grönland Versprechen bis zum Ende der Saison 2028.
Eine Saison mit Forschung an Bord
Im Jahr des 130 jährigen Jubiläums führte HX Expeditions den Gedanken fort, Reisen mit wissenschaftlicher Arbeit zu verbinden. Bereits 1896 brachte die erste touristisch ausgerichtete Spitzbergen Reise Gäste, Wissenschaftler und Biologen zusammen, die mehr über die Arktis erfahren wollten. 2026 ergänzte HX seine langjährige Polar Erfahrung durch Citizen Science, Lernangebote mit Universitäten und Engagement in der Region.
Wissenschaft war auf jeder Reise Teil des Programms. Gäste konnten sich an mindestens zwei Citizen Science Projekten beteiligen. Gemeinsam mit den Expeditionsteams beobachteten und dokumentierten sie die Tierwelt, die Wasserklarheit, die Wolkendecke und Polarlichter. 363 Ausfahrten mit Wissenschaftsbooten ermöglichten es ihnen, Forschung unmittelbar auf dem Wasser mitzuerleben.
Insgesamt kamen 26.491 Beiträge zusammen. Davon entfielen 23.518 Beobachtungen auf iNaturalist, 1.286 Datensätze auf ORCA und 1.183 Einträge auf eBird. Dazu kamen 203 Berichte für den NASA GLOBE Cloud Observer, 181 Messungen mit der Secchi Scheibe und 73 Beiträge für Happywhale. Weitere Einträge umfassten 38 Beobachtungen schädlicher Algenblüten, acht Berichte für Aurorasaurus und einen Beitrag im Marine Debris Tracker.
Auch an Land beteiligten sich Gäste und Mitarbeitende von HX am Umweltschutz. Bei Strandreinigungen sammelten sie 308,44 kg Abfall.
KI soll Wale früher erkennbar machen
Das Projekt AI WAVE, kurz für „Whales and Arctic Vessels“, war ein weiterer wissenschaftlicher Höhepunkt der Saison. HX arbeitete dafür mit der Heriot Watt Universität und dem auf Meeresbeobachtung spezialisierten Unternehmen Seiche zusammen. An Bord der MS Fram kam ein visuelles Erkennungssystem zum Einsatz, das Wärmebildtechnik und künstliche Intelligenz verbindet. Laut HX handelte es sich um den weltweit ersten Versuch dieser Art in der Arktis.
Das System nahm während der Reise der Fram von Dover nach Spitzbergen den Betrieb auf und sammelte im arktischen Sommer Daten rund um die Inselgruppe. Wärmebildkameras und hochauflösende Bildtechnik sollten Blas und Aktivitäten von Walen an der Wasseroberfläche erfassen. Maschinelles Lernen und eine kontinuierliche Überwachung unterstützten die Auswertung.
Die gewonnenen Daten sollen dabei helfen, Systeme zur Erkennung verschiedener Walarten und automatische Warnmeldungen weiterzuentwickeln. So könnten Brückenteams früher auf Wale aufmerksam werden. Das könnte Störungen und das Kollisionsrisiko für arktische Arten wie Narwale, Belugas und Grönlandwale verringern.
Der Versuch fand unter den Bedingungen einer kommerziellen Expedition statt. Er soll zeigen, wie Forschung, Schifffahrt und Technologiepartner gemeinsam Lösungen für sensible Gewässer entwickeln können. Auch für die Gäste wurde die Forschung an Bord unmittelbar erlebbar. Tierbeobachtungen und wissenschaftliche Arbeit vermittelten zusätzliche Einblicke in die biologische Vielfalt der Arktis.
Neuer Kurs zu Spitzbergen
HX erweiterte sein Lernangebot in dieser Saison über die Zeit an Bord hinaus. Gemeinsam mit der Universität von Tasmanien entwickelte das Unternehmen einen kostenfreien Spitzbergen Kurs. Die von Fachpersonen geleiteten Module vermitteln Wissen über die Tierwelt, die Ökosysteme und die Geschichte der Inselgruppe. Auch die Grundsätze verantwortungsvollen Reisens gehören zum Kurs.
Das neue Angebot ergänzt den Alaska Kurs von HX und das Antarktis Programm, das gemeinsam mit der Universität von Tasmanien und dem Institut für Marine und Antarktische Studien entwickelt wurde. Für 2027 sind weitere Lernangebote zu arktischem Kanada, Grönland, Island und der Nordwest Passage geplant.
Grönland Versprechen bis Ende 2028 verlängert
Zusammen mit den Ergebnissen der Arktis Saison 2026 kündigte HX an, sein Grönland Versprechen bis zum Ende der Saison 2028 zu verlängern. Das Angebot soll Gästen und Partnern mehr Sicherheit bei der Planung von Grönland Expeditionen geben. Es ergänzt die bereits für Reisen in den Jahren 2026 und 2027 angebotene Absicherung und gilt nun auch für Gäste, die weiter im Voraus planen.
Wenn HX eine entsprechende Grönland Reise absagt oder die Regierung des jeweiligen Gastes von einer Reise abrät, stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Gäste können auf eine andere HX Expedition umbuchen und erhalten zusätzlich ein Reiseguthaben von 20 Prozent auf den bestehenden Reisepreis. Alternativ können sie eine vollständige Erstattung wählen. Es gelten die jeweiligen Geschäftsbedingungen.
Bilanz der Arktis Saison von HX Expeditions
Neben den Forschungsbeiträgen und dem KI Feldversuch verzeichnete HX eine Rekordzahl bei den Buchungen von HX Suiten. Die 31 Expeditions Seereisen erhielten bei Tripadvisor eine durchschnittliche Bewertung von 4,7 von 5 Punkten bei 167 Bewertungen.
Die Saison verband Reiseerlebnisse mit Forschung, Bildung und Engagement in der Region. Gäste unterstützten wissenschaftliche Projekte, nahmen an Ausfahrten mit Wissenschaftsbooten teil und konnten sich bereits vor der Reise mit Spitzbergen vertraut machen. Der KI Feldversuch zur Walbeobachtung ergänzte dieses Angebot um eine mögliche technische Unterstützung für den Schutz von Meeressäugern.










