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Ein rostender Schandfleck vor Traumkulisse: Wann verschwindet der Plutão vom Douro?

Direkt am Douro liegt seit rund neun Jahren der alte Sandbagger „Plutão“ (Bild Stieger)

Eine der schönsten Flusslandschaften Europas – und mittendrin ein rostendes, teilweise versunkenes Arbeitsschiff. Seit Jahren liegt der „Plutão“ am Douro bei Cinfães. Für Anwohner ist sein Anblick längst ein Ärgernis. Für die Tausenden Flusskreuzfahrtgäste aus aller Welt ist er ein Bild, das man dieser einzigartigen Region eigentlich nicht zumuten möchte. Es ist Zeit, dass dieser Schandfleck verschwindet. Nun wächst der Druck, dass dieses Objekt endlich verschwindet.

Wer den Douro kennt, weiß, welche einzigartige Landschaft sich zwischen steilen Hängen, Weinbergen und kleinen Ortschaften erstreckt. Der Fluss ist das Herz einer Region, die von ihrer Natur, ihrer Kultur und ihrem Tourismus lebt.

Und mitten in diese Idylle passt ein rostendes, teilweise versunkenes Arbeitsschiff ungefähr so gut wie ein Schrottplatz in ein Weinbergpanorama.

Ein unschöner Anblick, den Tausende von Flusskreuzfahrtgäste sehen

Direkt am Douro liegt seit rund neun Jahren der alte Sandbagger „Plutão“. Einst wurde er zur Sandgewinnung auf dem Douro eingesetzt. Heute ist von diesem industriellen Zweck nichts mehr übrig. Geblieben ist ein zunehmend verfallender alter Sandbagger, vom Zahn der Zeit gezeichnet und teilweise im Wasser liegend. Ein Relikt aus einer anderen Zeit – und inzwischen ein Fremdkörper in einer Landschaft, die zu den schönsten Portugals gehört.

Besonders unglücklich ist die Lage deshalb, weil der „Plutão“ an einer Strecke liegt, die jedes Jahr von Tausenden Flusskreuzfahrtgästen aus aller Welt befahren wird.

Für viele dieser Besucher ist eine Fahrt auf dem Douro ein einmaliges Erlebnis. Sie kommen, um die spektakulären Weinberge, die ursprüngliche Landschaft, die historischen Orte und die Schönheit des Flusses zu erleben. Während die Kameras auf die Hänge, die Quintas und die Landschaft gerichtet sind, fällt jedoch auch der Blick auf den verrosteten „Plutão“.

Das ist nicht das Bild, das man Gästen aus aller Welt vom Douro mitgeben möchte und mitgeben sollte.

Der Tourismus lebt von Emotionen und von Bildern, die Menschen mit nach Hause nehmen. Gerade deshalb ist es schade, dass ein solches Relikt an einer der schönsten Flussstrecken Portugals seit Jahren Teil des Landschaftsbildes ist.

Ein Ausländer, seit vielen Jahren in der Region zuhause, lässt nicht locker

Eine wichtige Rolle bei der öffentlichen Aufmerksamkeit für das Problem spielt Jaap Super. Der gebürtige Niederländer (vielen Schweizerinnen und Schweizern während über 30 Jahren als Hotelier in der Innerschweiz bekannt) lebt seit vielen Jahren in der Douro-Region und kennt die Gegend nicht nur als Bewohner, sondern auch aus seiner beruflichen Tätigkeit als Immobilienunternehmer mit Portugal Home.

Super hat wiederholt auf den Zustand des Schiffes aufmerksam gemacht und die zuständigen portugiesischen Behörden kontaktiert. Für ihn ist der „Plutão“ nicht nur ein technisches oder bürokratisches Problem. Das Schiff steht mitten in einer Landschaft, deren Schönheit für Bewohner, Besucher und den Tourismus von enormer Bedeutung ist.

Seine Kritik ist nachvollziehbar: Auf der einen Seite wird die Douro-Region weltweit mit Weinbergen, spektakulären Flusslandschaften und Natur beworben. Auf der anderen Seite liegt dort seit Jahren ein rostendes Relikt der Industriegeschichte.

Der Douro verkauft nicht nur Wein – er verkauft vor allem Landschaft, Ruhe und Authentizität.

Seit 9 Jahren rostet der Sandbagger vor sich hin (Bild Stieger)

Seit 2025 warten die Behörden auf eine Lösung

Eigentümer des „Plutão“ ist die EPA – Sociedade de Extração de Agregados. Das Unternehmen weist gegenüber lokalen Medien die Darstellung zurück, das Schiff sei einfach aufgegeben worden.

Nach Angaben von David Gomes hat die EPA Pläne, den „Plutão“ zu reparieren und anschließend auf den Tejo zu bringen. Dort soll das Schiff künftig weiter eingesetzt werden.

Allerdings haben sich die Pläne immer wieder verzögert. Technische Schwierigkeiten, bürokratische Anforderungen und Probleme bei einer möglichen Überführung verhinderten bislang eine endgültige Lösung.

Die Geduld der Behörden scheint nun erschöpft.

Der stellvertretende Kommandant der Capitania do Douro, Pedro Cervaens, bestätigte gegenüber Medien, dass die EPA bereits im Februar 2025 aufgefordert wurde, einen konkreten Plan zur Entfernung des Schiffes vorzulegen. Nach Angaben der Capitania habe es seitdem jedoch keinen ausreichenden Fortschritt gegeben.

Nun soll die EPA erneut zur Entfernung aufgefordert werden. Sollte das Unternehmen dieser Aufforderung nicht nachkommen, könnte der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden.

Der Plan: Reparatur und anschließend Überführung auf den Tejo

Nach Darstellung der EPA soll der nächste Schritt nun darin bestehen, den „Plutão“ zur Inersel zu bringen, wo notwendige Reparaturen durchgeführt werden sollen. Anschließend soll das Schiff auf den Tejo überführt werden.

Das wäre zweifellos eine vernünftige Lösung – vorausgesetzt, sie wird diesmal tatsächlich umgesetzt. Denn genau darin liegt das Problem: Pläne und Ankündigungen gibt es inzwischen seit Jahren.

Für die Einwohnerinnen und Einwohner der Region, die täglich auf den Douro blicken, zählt am Ende nicht, welche Schwierigkeiten es gegeben hat. Sie wollen sehen, dass sich etwas bewegt.

Der Douro hat Besseres verdient

Der „Plutão“ ist mittlerweile zu einem Symbol für jahrelange Verzögerungen, bürokratische Hürden und fehlende Konsequenz geworden.

Neun Jahre sind eine lange Zeit. Aus einem vorübergehend abgestellten Arbeitsboot ist längst ein fester Bestandteil der Landschaft geworden – allerdings einer, auf den die Region gut verzichten könnte.

Die Region lebt von ihrer außergewöhnlichen Landschaft: von den Weinbergen, dem Wasser, den historischen Orten und dem Gefühl, eine einzigartige Kulturlandschaft zu erleben. Ein verrostetes, teilweise versunkenes Arbeitsschiff gehört nicht zu diesem Bild – schon gar nicht, wenn es von Tausenden internationalen Gästen vom Deck eines Flusskreuzfahrtschiffes gesehen wird. Die öffentliche Intervention von Jaap Super hat geholfen, den Blick auf ein Problem zu lenken, das viel zu lange hingenommen wurde. Weitere Infos mit Video hier.

Es ist höchste Zeit, dass der Schandfleck verschwindet, nicht irgendwann, sondern jetzt

Jetzt liegt der Ball bei den Behörden und beim Eigentümer.

Der „Plutão“ muss weg.

Nicht irgendwann.
Nicht nach der nächsten Verzögerung.
Nicht nach einer weiteren Ankündigung.

Sondern jetzt.

Denn der Douro hat Besseres verdient.

Wenn die angekündigte Reparatur und Überführung auf den Tejo gelingt, könnte aus einem jahrelangen Ärgernis am Ende sogar eine gute Geschichte werden: Der alte „Plutão“ bekommt eine neue Aufgabe – und der Douro bekommt endlich seine Landschaft zurück.

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Website: rettenmund.com