96 % der Korallenriffe im Flachwasser vom Kollaps bedroht: MSC Foundation unterstützt Forschung

Die MSC Foundation unterstützt den Schutz der Korallenriffe (Foto Piccoli)

Eine neue globale Bewertung zeigt, wie ernst die Lage der Korallenriffe ist. Die MSC Foundation unterstützt die Forschung und setzt sich auf den Bahamas für den Schutz und die Wiederherstellung von Riffen ein.

Weltweite Bewertung zeigt hohes Risiko

Die Weltnaturschutzunion IUCN hat ihre erste globale Bewertung von Korallenriffen im Rahmen der Roten Liste der Ökosysteme vorgestellt. Demnach sind 96 Prozent der untersuchten Korallenriff-Ökosysteme im Flachwasser vom Kollaps bedroht. Für nahezu jedes untersuchte Riff besteht ein hohes Risiko, bis 2075 zusammenzubrechen.

Die Ergebnisse wurden am 22. Oktober 2026 an der UN-Biodiversitätskonferenz COP17 in Eriwan, Armenien, präsentiert. Die Bewertung stützt sich auf jahrzehntelange Beobachtungen und Klimadaten. Mehr als 250 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Fachexpertinnen und -experten untersuchten Korallenriffe in über 80 Ländern und Territorien.

Schutzmassnahmen können Riffen helfen

Korallenriffe sind bereits stark geschädigt. Laut der Bewertung stehen die grössten Bedrohungen jedoch noch bevor. Weniger Verschmutzung, ein nachhaltiges Fischereimanagement und mehr Meeresschutzgebiete können die menschengemachten Belastungen verringern. So erhalten Riffe bessere Chancen, sich zu erholen und marinen Hitzewellen standzuhalten.

«Korallenriffe sind einer der deutlichsten Indikatoren für den Zustand der Ozeane. Sie bieten unzähligen Arten Nahrung, Schutz und Laichgründe, schützen Küstengemeinden und sichern wichtige Wirtschaftszweige wie Fischerei, Aquakultur oder Küstentourismus», sagt Dr. Grethel Aguilar, Generaldirektorin der IUCN.

«Die Riffe stehen bereits heute unter Druck. Doch mit den richtigen Massnahmen können sie sich erholen und gedeihen. Wenn wir den Klimawandel bekämpfen und die weitere Erwärmung der Ozeane stoppen, geben wir ihnen diese Chance. Partnerschaften wie unsere Zusammenarbeit mit der MSC Foundation zeigen, wie gezielte Investitionen und gemeinsames Engagement die Zukunft der Korallenriffe sichern können – und damit auch das Wohlergehen und den Wohlstand der Küstengemeinden, die von ihnen abhängen.»

Korallenriffe erhalten die Artenvielfalt im Meer. Sie schützen Küsten vor Stürmen und Erosion und bilden eine Grundlage für Fischerei und Küstentourismus. Ihr Rückgang gefährdet deshalb auch Küstenorte und Wirtschaftszweige, die auf gesunde Meere angewiesen sind.

Forschung und Korallenschutz auf den Bahamas

Die MSC Foundation ist die gemeinnützige Stiftung der MSC Group. Sie fördert Naturschutzforschung und betreibt auf den Bahamas ein eigenes Meeresschutzprogramm. Im Meeresschutzgebiet Ocean Cay MSC Marine Reserve bringt das Super Coral Reefs Programme bahamaische und internationale Forschungspartner zusammen.

Gemeinsam untersuchen sie hitzetolerante Korallen, ziehen diese in Unterwasser-Aufzuchtstationen heran und prüfen, wie Renaturierungsmassnahmen die Erholung und Widerstandskraft der Riffe fördern. Dabei ist es den Beteiligten gelungen, die kritisch gefährdete Elchhornkoralle zu identifizieren und zu züchten. Diese Korallen wachsen schnell, bilden Riffe und schaffen wichtige Aufzuchthabitate, in denen Meereslebewesen Schutz finden.

«Wir investieren in die globale Korallenriffforschung, weil wir, um diese Ökosysteme zu schützen, erst das Ausmass der Bedrohungen verstehen müssen. Auf Ocean Cay auf den Bahamas setzen wir wissenschaftliche Forschung in die Praxis um: Gemeinsam mit Partnern untersuchen wir widerstandsfähige Korallen, entwickeln Renaturierungsmethoden weiter und binden Kreuzfahrtgäste sowie Studierende ein. Indem wir globale Wissenschaft mit praktischem Handeln verbinden, können wir dazu beitragen, Korallenriffen eine echte Zukunftsperspektive zu geben», sagt Daniela Picco, Executive Director der MSC Foundation.

Marine Conservation Center stärkt Forschung und Bildung

Das Marine Conservation Center der Stiftung wurde im April 2025 auf Ocean Cay eröffnet. Es bietet Einrichtungen für die Erforschung und Vermehrung von Korallen sowie für Bildungsarbeit. Bahamaische Studierende und Forschende können dort Fachwissen in der Meeresforschung aufbauen. Kreuzfahrtgäste erfahren vor Ort mehr über die Bedeutung des Schutzes von Riff-Ökosystemen.

Die aktuelle marine Hitzewelle setzt die Korallenriffe zusätzlich unter Druck. Deshalb beobachtet die Stiftung ihre Korallen in den Aufzuchtstationen genau und schützt sie vor Hitzestress. Bislang zeigen die Korallen ermutigende Anzeichen von Widerstandskraft. Zudem investiert die Stiftung verstärkt in Forschungseinrichtungen, Fachpersonal, innovative Renaturierungsmethoden und wissenschaftliche Partnerschaften.

Die Bewertung macht deutlich, wie dringend der Schutz der Korallenriffe ist. Weniger Belastungen und gezielte Forschung können dazu beitragen, ihre Widerstandskraft zu stärken und ihre Erholung zu unterstützen

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Website: rettenmund.com