Der Verband Deutscher Reeder (VDR) begrüßt den wichtigen, am heutigen Freitag gefassten Beschluss des Deutschen Bundestages zum Ratifizierungsgesetz für das sogenannte Hongkong Übereinkommen zum Schiffsrecycling. Mit der Ratifizierung des Hongkong-Übereinkommens setzt Deutschland als eine der größten Handelsschiffsnationen der Welt ein wichtiges Signal für eine durchgreifende Verbesserung der Arbeits- und Umweltbedingungen bei der Verwertung alter Schiffe auf den internationalen Recyclingwerften.
„Das Übereinkommen ist das einzig scharfe Schwert, um sicherere Arbeitsbedingungen für die Menschen an den Recycling-Standorten und den Schutz der Umwelt durchzusetzen“, sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR.
80 % aller Schiffe werden in Asien recycelt
Knapp 80% aller zur Verwertung freigegebenen Schiffe werden heute auf Werften in Asien recycelt, davon rund 35% in Indien. Mit diesem Beschluss werden insbesondere solche Werften in Südasien unterstützt, die schon heute nachgewiesen nach den hohen Standards des Hongkong Übereinkommens arbeiten. Die meisten indischen Werften erfüllen heute die strengen Vorgaben des Hongkong Übereinkommens. „Wir hoffen sehr, dass die Ratifizierung durch Deutschland auch den Ratifizierungsprozess in anderen Staaten, insbesondere in Indien unterstützt“, so Nagel weiter. Nagel verlangte darüber hinaus, dass die EU-Kommission die bereits nach den neuen Standards arbeitenden außereuropäischen Werften mit in die Liste der zugelassenen Werften für EU-geflaggte Schiffe aufnimmt. „In Europa selbst gibt es die notwendigen Kapazitäten für Schiffsrecycling schon seit Jahren nicht mehr und wird es auch absehbar nicht geben können“, konstatiert Nagel. Ein europäischer Alleingang würde dem Ziel, die Bedingungen für die Menschen und die Umwelt in den größten Recyclingstaaten konkret durch das Hongkong Übereinkommen zu verbessern, schaden, so Nagel Richtung Brüssel.









