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Porträt Yacht Club MSC Seashore: Masse statt Klasse

Suite 19006 im Yacht Club der MSC Seashore (Bild Stieger)

Als eine Oase der Ruhe und Erholung wird der Yacht Club auf MSC Kreuzfahrtschiffen gerne von der Reederei gepriesen. Was für die älteren, kleineren Yacht Clubs zutrifft, kann ich nach persönlicher Erfahrung auf der MSC Seashore leider nicht bestätigen. Der als grösster Yacht Club der Reederei gepriesene Schiff im Schiff Bereich, hat leider – mein persönlicher Eindruck – durch die Masse an Gästen an Klasse verloren. Die vielen Passagiere und das aktuell durch Corona reduzierte Sitzplatzangebot führen beispielsweise zu Wartezeiten im Yacht Club Restaurant oder dazu, dass man in der Top Sail Lounge zu gewissen Zeiten kaum einen freien Platz findet. Aber auch der Lärmpegel ist deutlich höher. Und die vielen Kinder führen auch nicht zu einem Ruhepool.

Text und Bilder von Hans Stieger, Kreuzfahrt Blog

Gleich mit zwei neuen Kreuzfahrtschiffen ging die Schweizer Reederei in diesem Jahr neu an den Start. Zuerst im Frühling mit der MSC Virtuosa und jetzt im August mit der MSC Seashore. Die MSC Seashore gehört zur neuen EVO-Seaside Klasse, einer Weiterentwicklung der Seaside Klasse. Die MSC Seashore ist mit 339 Metern 16 Meter länger als die Seaside Klasse. Sie bietet bei Doppelbelegung 4‘540 Passagieren Platz, bei Mehrfachbelegung gar 5‘877 Passagieren (natürlich deutlich weniger in Zeiten von Corona).

MSC Yacht Club auf aktuell 11 von 19 MSC Kreuzfahrtschiffen

Die Gäste im Yacht Club geniessen viel Exklusivität und Privatsphäre, können aber trotzdem das gesamte Freizeit- und Unterhaltungsangebot eines grossen Kreuzfahrtschiffes geniessen.

Das beliebte Schiff im Schiff Konzept wurde 2008 eingeführt und ist auf allen Schiffen der Divina, Seaside und Meraviglia Klasse verfügbar, so auf der MSC Grandiosa, MSC Bellissima, MSC Divina, MSC Fantasia, MSC Meraviglia, MSC Preziosa, MSC Seaside, MSC Seaview und MSC Splendida. Seit diesem Jahr neu auch an Bord der MSC Seashore und der MSC Virtuosa. Somit verfügen 11 der insgesamt 19 MSC Kreuzfahrtschiffe über den luxuriösen Yacht Club mit Butler Service.

MSC Cruises entwickelt nicht nur das Angebot an Bord seiner Kreuzfahrtschiffe immer wieder neu. Auch der vor allem bei Schweizerinnen und Schweizern sehr beliebte MSC Yacht Club beeindruckt seine Gäste immer wieder mit Neuerungen. Die Reederei rühmt sich damit, auf der MSC Seashore den mit fast 3‘000 Quadratmetern grössten Yacht Club realisiert zu haben.

Gäste im Yacht Club fühlen sich wie echte VIPs

Gäste im MSC Yacht Club dürfen sich – zu einem übrigens attraktiven Preis-Leistungsverhältnis – wie echte VIPs (Very Important Person) fühlen. Sie werden von einem persönlichen Butler während 24 Stunden betreut und geniessen einen herzlichen, freundlichen, unaufdringlichen und persönlichen Service. Dank einem eigenen Concierge Service entfällt das lange Anstehen an der Hauptrezeption. Mit der eigenen Schlüsselkarte oder dem MSC Armband betreten die Gäste den nur ihnen zugänglichen Bereich.

Bekannt und beliebt ist die Top Sail Lounge. Direkt über der Brücke des Kapitäns geniessen die Gäste die schönste und beste Aussicht. Allerdings – und das finde ich nicht wirklich gut gelöst – ist der direkte Meer Blick im Innenbereich der Seashore Lounge verwehrt, weil man neu eine Lounge (vor allem auch für Raucher gedacht) unter freiem Himmel realisiert hat. In der Top Sail Lounge können die Gäste kostenlos ein Glas Champagner, einen Prosecco oder Cocktail oder natürlich auch einen Café oder einen Softdrink geniessen. Zusätzlich werden Canapés serviert oder man kredenzt einen typisch britischen Afternoon Tea.

Das Yacht Club eigene Restaurant ist zum Frühstück, Mittag- und Abendessen geöffnet und bietet ein täglich wechselndes À-la-carte-Menü mit Spezialitäten des Küchenchefs, die in einem eleganten Ambiente mit tadellosem Service serviert werden.

Auf dem weitläufigen, privaten Sonnendeck „The One“ mit Pool können die Gäste auf einer bequemen Sonnenliege entspannen, in einer der schattigen Cabanas relaxen und dabei ein Buch lesen oder eine Pause im Whirlpool einlegen. Der Butler serviert gerne einen Cocktail oder einen leichten Happen von der gut sortierten Bar mit Grill.

MSC Seashore mit grösstem und luxuriösesten Yacht Club der Flotte

Der Yacht Club auf der brandneuen MSC Seashore ist der grösste und luxuriöseste exklusive Bereich der Flotte. Er erstreckt sich über vier Decks und bietet fast 3‘000 Quadratmeter exklusive Fläche. Alleine der Poolbereich mit erweitertem Privatpool, einem Panorama-Whirpool für acht Gäste und einem Standard-Pool ist so gross wie nie zuvor. Den Gästen stehen 131 Suiten für 262 Passagiere zur Verfügung. Dies ist allerdings bei Doppelbelegung gerechnet. Effektiv beträgt die Gästezahl mehr, da mittlerweile auch viele Eltern mit Kindern den Yacht Club buchen. Zum Vergleich: Die Yacht Clubs der ersten Generation (Splendida, Divina, Fantasia und Preziosa) verfügen über nur gerade 69 Suiten für 138 Gäste – bei Doppelbelegung.

Die Gäste im exklusiven Schiffsbereich der Seashore können aus fünf verschiedenen Kabinentypen wählen. Darunter die traditionellen Deluxe- und Royal Suiten, Deluxe Grand Suiten mit extra viel Platz und einem begehbaren Kleiderschrank, Innen-Suiten sowie den zwei brandneuen Owner‘s Suiten mit gigantischen 98 Quadratmetern Fläche.

Alle Vorteile des MSC Yacht Clubs auf einen Blick

Alle Gäste im MSC Yacht Club geniessen einen bevorzugten Check-in und Check-Out sowie eine bevorzugte Ein- und Ausschiffung bei Landgängen. Während 24 Stunden steht ein Butler- und Concierge-Service zur Verfügung. In der Top Sail Lounge, dem Restaurant und der Pool Bar „The One“ stehen unbegrenzt Getränke und feinste Speisen kostenlos (gilt auch für Bars und Restaurants ausserhalb des Schiff im Schiff Bereichs – ausgenommen Spezialitäten-Restaurants) zur Verfügung. Der Zugang zur Thermal Suite im MSC Aurea Spa ist ebenso gratis wie ein Internet-Paket mit unbegrenztem Datenvolumen. In den Kabinen und Suiten gibt es Nespresso-Kaffemaschinen und gut sortierte, kostenlose Minibars. Wer das Frühstück in der Kabine oder auf dem Balkon der Suite geniessen möchte, auch das ist selbstverständlich gratis möglich. Die Yacht Club Gäste profitieren auf Wunsch ausserdem von einem Kofferpack Service, einem süssen Gute Nacht Gruss, Canapés und einer gedruckten Tageszeitung.

Hans Stiegers persönliches Fazit zum Yacht Club der MSC Seashore

Ich war mit der MSC Seashore nun bereits zum 8. Mal als – privater – Gast im MSC Yacht Club (ich kenne die Yacht Club der Divina, Splendida, Preziosa, Fantasia, Meraviglia und Grandiosa) unterwegs und nehme für mich in Anspruch, die unterschiedlichen Yacht Clubs recht gut beurteilen zu können.

Ich geniesse den diskreten und äusserst freundlichen Service im Yacht Club Restaurant, der Top Sail Lounge und dem „The One“ Pool Bereich.

Ich geniesse es, das grosse Schiff und alle damit verbundenen Annehmlichkeiten nutzen zu können.

Ich geniesse das kleine, feine Yacht Club Restaurant mit dem fast durchwegs guten Essen (nicht auf Gourmet Niveau, aber doch gut).

Ich geniesse die schönen, grossen Suiten und Kabinen

aber

Ich persönlich finde es schade und bedauerlich, dass der Yacht Club immer grösser für immer mehr Gäste wird. Dadurch geht meiner Meinung nach die Exklusivität und vor allem die versprochene Ruhe Oase definitiv verloren. Der Yacht Club auf der MSC Seashore ist – für mich – definitiv zu gross, hier gilt eher „Masse statt Klasse“.

Die 12 – 15 neuen Innensuiten, die preislich äusserst günstig angeboten werden, führen dazu, dass Gäste den Schiff im Schiff Bereich bevölkern, welche man früher ausserhalb des Yacht Clubs in eher günstigen Kabinenkategorien angetroffen hat. Ich vermisse auf der MSC Seashore die Intimität der vier alten Yacht Clubs Splendida (mein Liebling), Divina, Fantasia und Preziosa.

Ich vermisse die „alten“ Butler, die man noch persönlich kannte und die sich wirklich persönlich um die Gäste bemühten. Obwohl ich kurz nach 07.00 Uhr zu den ersten Gästen beim Frühstück gehöre, wartete ich manchmal bis 12.00 Uhr bis meine Suite gereinigt war. Was aber auch sicherlich damit zu tun hat, dass mittlerweile an jeder Mittelmeer Destination Passagierwechsel stattfinden.

Ich vermisse auf der Seashore den zuvorkommenden und raschen Concierge Rezeption Service (trotz zweimaligem Wunsch an zwei Tagen um ein Ausflugs-Programm, habe ich dieses nie erhalten). Es wurde nur versprochen, aber nie gehandelt. Die Rezeption war organisatorisch überfordert, wie auch Reklamationen anderer Passagiere belegen. Hier gibt es für die Verantwortlichen unverzüglich einiges besser zu organisieren.

Ich vermisse den Beginn des Nachtessen um 18.00 bzw. 18.30 Uhr (jetzt erst ab 19.00 Uhr). Durch die Wartezeiten zwischen den drei Gängen kann die erste Show im Theater um 20.30 Uhr schon mal nicht besucht werden, ausser man isst noch später oder geht erst um 22.30 Uhr zur Show.

Was ich auch nicht glücklich finde ist, dass das für Familien vorteilhafte Kinder-Angebot vor einiger Zeit auf den Yacht Club erweitert wurde. Danach reisen zwei Kinder bis 17 Jahre in der Kabine der Eltern gratis oder bezahlen in Hochsaison Zeiten nur einen kleinen Zuschlag von 100 bis 300 Franken. Leider sind nicht alle Kinder gut erzogen, was zu einem deutlich höheren Lärmpegel im Yacht Club führt, so jetzt auf der MSC Seashore, aber auch vor zwei Jahren auf der MSC Preziosa. Ein Nachtessen macht keinen Spass, wenn nebenan ein Baby lautstark schreit und die Eltern sich nicht kümmern.

Für mich ist nach der – wohlverstanden privat gebuchten und bezahlten – Reise mit der MSC Seashore klar, dass ich den Yacht Club nur noch auf den vier „alten“ MSC Kreuzfahrtschiffen buchen werde oder dann auf den geplanten Yacht Club ähnlichen, luxuriösen Schiffen der Explora Journeys Serie (geplant sind vier Schiffe für je 922 Passagiere von 2023-2026).    Hans Stieger, Kreuzfahrt Blog

St

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