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Kreuzfahrten und Corona – Wie sicher ist sicher?

Das Kreuzfahrtschiff AIDA Nova ist mit modernster Technik für umweltschonendes Reisen ausgestattet (Bild AIDA Cruises)

Die Kreuzfahrt-Reedereien hatten gehofft, bald würde wieder Normalität einkehren. Immer mehr Schiffe starteten im Sommer und Spätherbst 2021 Reisen über die Weltmeere, aber dann kam mit Omikron eine neue, heftige Corona-Welle. Auf vielen Schiffen wurden in den letzten Wochen mehrere Hundert Passagiere und Crew-Mitglieder positiv getestet. Reisen mussten abgebrochen werden, Häfen verweigerten die Einfahrt und viele Passagiere mussten vorzeitig die Heimreise antreten. Betroffen waren unter anderem die AIDAnova, die Mein Schiff 6, die MS Amera, MSC Grandiosa und Schiffe von Hurtigruten.
Laut einer Statistik von Cruise Industry News sind seit Anfang 2022 rund 240 Kreuzfahrtschiffe wieder unterwegs. Wegen Covid-19 Fällen an Bord wurden rund 10 Prozent der Kreuzfahrten abgebrochen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass 90 Prozent der Kreuzfahrten problemlos durchgeführt und beendet werden konnten. Dies vielleicht in Relation zu den -teils reisserischen – Medien Meldungen der letzten Tage über Corona-Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen.

Reiseabbruch bei AIDAnova und Mein Schiff 6

»Aufgrund der aktuellen Situation können wir unsere Reise nicht wie geplant bis zum 5. Januar 2022 auf die Kanarischen Inseln fortsetzen.« Mit dieser wenig frohen Botschaft musste sich Kapitän Jens Janauschek an die knapp 3000 Kreuzfahrtgäste auf der AIDAnova wenden. Von Lissabon aus musste die Passagiere die Heimreise antreten. Acht positiv getestete Gäste blieben in Lissabon zurück und wurden in Hotels isoliert ebenso wie die 60 infizierten der 1’353 Crewmitglieder.

Auch in Dubai machte Omikron Kreuzfahrt-Passagieren einen fetten Strich durch die Rechnung. Die Mein Schiff 6 von TUI Cruises hatte ebenfalls mehrere Passagiere positiv auf Corona getestet. Genaue Zahlen wie viele der rund 2‘000 Passagiere betroffen waren, gab TUI Cruises nicht bekannt. Bereits Mitte Dezember hatte es auf der Mein Schiff 4 einen Corona Ausbruch gegeben – die Fahrt endete für 300 Passagiere vorzeitig vor Gran Canaria.

Probleme auch bei Luxus-Reedereien

Corona Probleme auch an Bord der MS Amera. Das Kreuzfahrtschiff von Phoenix Reisen musste seine Reise früher abbrechen und traf fünf Tage früher als geplant in Bremerhaven ein. Die positiv getesteten Passagiere hatten zuvor bereits im Hafen von Las Palmas/Gran Canaria das Schiff verlassen. Die anschliessend geplante Kreuzfahrt wurde abgesagt, die MS Amera geht für gut zwei Monate ausser Betrieb.

Corona Ansteckungen in der Antarktis

Auch zwei Schiffe von Hurtigruten waren von Covid-19 Fällen betroffen. Vier Passagiere der MS Maud wurden positiv getestet. Sechs Infizierte und elf Kontaktpersonen hatte die MS Roald Amundsen zu verzeichnen, die sich aktuell in der Antarktis befindet. Keiner der positiv getesteten Personen wies Anzeichen einer Krankheit auf.
Corona-Ansteckungen auch auf der MSC Grandiosa. Die Infizierten und ihre Kontaktpersonen wurden in den Kabinen isoliert. Medienberichten zufolge seien 150 Menschen positiv getestet worden.

Nicht nur die grossen Reedereien hatten in der Vergangenheit positive Covid-19 Fälle an Bord zu verzeichnen. So mussten Reisen der Luxus-Schiffe Europa und Europa 2 von Hapag-Lloyd Cruises abgebrochen werden.
In Brasilien wurden alle Kreuzfahrten von MSC Cruises und Costa Kreuzfahrten kurzfristig unterbrochen. Dies nach einem freiwilligen Beschluss des lokalen Kreuzfahrtverbandes CLIA in Absprache mit den beiden Reedereien.

Kreuzfahrt ja oder nein?

Kann man in diesen schwierigen Pandemie-Zeiten eine Kreuzfahrt buchen? Die Reedereien sind überzeugt, dass dies unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygienekonzepte klar möglich ist. Immerhin waren seit der Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebes im Sommer 2020 Hunderttausende Passagiere sicher auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Dabei wird nicht verschwiegen, dass es auch Corona-Fälle gab, aber im Verhältnis zu den Buchungen in kleiner Zahl. TUI Cruises hat von Sommer 2020 bis Dezember 2021 über 250’000 Gäste auf mehr als 222 Kreuzfahrten mit den Mein Schiffen befördert. „Wir hatten in den vergangenen Monaten nur vereinzelte Fälle an Bord unserer Schiffe. Dank des bewährten Gesundheitskonzepts konnte in jedem Fall eine weitere Verbreitung an Bord verhindert werden“, so eine TUI Sprecherin. Ähnlich klingt es auch bei MSC Cruises. Die Reederei hat sogar weit über eine Million Gäste befördert.
Damit dies so bleibt, wurden die Hygiene- und Sicherheitskonzepte beständig angepasst. So finden bei AIDA Cruises aktuell nur begleitet statt, also quasi in einer Bubble, bei der die Gäste die Gruppe nicht verlassen dürfen. Ausserdem fahren alle Schiffe mit reduzierten Passagierkapazitäten, um die Zahl der Kontakte zu reduzieren.

Wenige Coronafälle in Relation zu vielen Tausend Kreuzfahrt Passagieren

Der deutsche Geschäftsführer, des Kreuzfahrt Branchenverbandes CLIA Helge Grammerstorf, geht davon aus, dass derzeit rund 70 Prozent der weltweit rund 360 Kreuzfahrtschiffe unterwegs sind. Bis zum Sommer 2022 sollen es rund 90 Prozent sein. Nach Meinung von Grammerstorf müssten die wenigen aktuellen Coronafälle in Relation zu den vielen Tausend Kreuzfahrt Passagieren gesetzt werden, die gerade unterwegs sind. Zumal es sich bei den aktuellen Fällen nach seiner Kenntnis ausschließlich um asymptomatische beziehungsweise sehr milde Verläufe handele. Bei den so engmaschigen Kontrollen vor und während der Reise würden auch Menschen auffallen, die wahrscheinlich sonst gar nicht entdeckt worden wären, sagte Grammerstorf, dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel.

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