10 Gründe für eine Norwegen Kreuzfahrt

Kreuzfahrt-Blogger Hans Stieger vor einem der zahlreichen Wasserfälle in Norwegen

Kreuzfahrten boomen und Kreuzfahrten in den Norden zu den Norwegischen Fjorden, den beeindruckenden Wasserfällen, bezaubernden Landschaften und den lustig-fürchterlichen Trollen ganz besonders. Weshalb sind gerade Kreuzfahrten in den hohen Norden so beliebt. 10 Gründe weshalb jeder Kreuzfahrt-Fan unbedingt eine Schiffsreise – oder besser mehrere – nach Norwegen unternehmen sollte.

Von Hans Stieger, Stiegers Kreuzfahrt Tipps

Anreise: Kreuzfahrten nach Norwegen starten meist in Hamburg, Kiel oder Bremerhaven. Damit sind die Abfahrtsorte der Schiffe für die meisten Europäer sehr leicht erreichbar. In nur etwas mehr als einer Stunde ist man mit dem Flugzeug von Zürich in Hamburg und checkt an einem der drei Häfen in der Hansestadt ein. Aber auch mit dem Zug erreicht man den hohen Norden relativ einfach und auch sehr schnell.

Fjorde: Ein Highlight auf jeder Norwegen-Kreuzfahrt sind zweifellos die Fjorde. Alleine schon eine Fahrt in den Geiranger Fjord ist ein Erlebnis für sich. Der Geiranger Fjord ist nicht der längste (15 km), nicht der breiteste (1.3 km) und auch nicht der schmalste Fjord in Norwegen. Aber er ist zweifellos der berühmteste. Dies vor allem seiner wunderschönen Landschaft wegen und seiner Geschichte, die immerhin fast 10’000 Jahre zurückreicht. Beeindruckend ist eine Fahrt durch den Geiranger Fjord – aber auch durch die vielen anderen Fjorde Norwegens – vor allem auch deshalb, weil man sich wie ein Winzling vorkommt, wenn man vom Schiff den steilen Felsenklippen entlang noch oben blickt.

Kreuzfahrt Häfen in Norwegen liegen meist zentral

Häfen: Eine Kreuzfahrt nach Norwegen hat den grossen Vorteil, dass die meisten Schiffe mitten im Stadtzentrum anlegen. Die Städte entlang der Fjorde zählen gar nicht so wenig Einwohner. So leben beispielsweise in Bergen 279‘035 Personen, in Trondheim sind es noch 191‘035 und auch Tromso kann mit 75‘128 Einwohnern aufwarten. In Leknes auf den Lofoten leben gerade mal 10’997 Personen, in Honningsvag am Nordkap 3‘213 Personen und in Hellesylt sind es nur noch 680 Einwohner. Allen gemein ist, dass die Häfen sehr zentral liegen und so die Kreuzfahrtpassagiere die norwegischen Orte perfekt zu Fuß erkunden können. Wer schon im Mittelmeer mit einem Kreuzfahrtschiff unterwegs war, weiss wie weit vom Zentrum dort die Schiffe anlegen. Meist gelangt man dort nur mit Bus oder Taxi ins Zentrum. Natürlich ist auch die Einfahrt in die norwegischen Häfen bedeutend schöner, wie in die Container- und Industrie-Häfen im westlichen Mittelmeer.

Wasserfälle: Kreuzfahrt Fans mögen Wasser und mit viel, viel Wasser kann Norwegen wahrlich dienen. Unzählige Wasserfälle ergießen sich über Felsenklippen und donnern unter Getöse runter ins Tal. Zu den bekanntesten zählen die sieben Schwestern im Geiranger Fjord. Um viele Wasserfälle ranken sich Geschichten um Liebe, Freude, Verzweiflung und Tod. In ganz Norwegen stürzen Hunderte von Wasserfällen über steile Klippen hinunter, ein wahres Highlight für all jene die solche Naturschauspiele mögen.

Sie sind nur in der Nacht aktiv, die Trolle (Bild Stieger)

Trolle sind deutlich weniger hübsch wie Trollinen

Trolle: Niemand hat sie je gesehen, aber alle Norwegerinnen und Norweger sind fest davon überzeugt, dass es sie gibt, die Trolle. Die Trolle sind nachtaktiv und nicht wirklich attraktiv. Mit ihren wuscheligen, zerzausten Haaren, der langen, knuffligen Nase und dem zottigen Gewand kommen sie echt fürchterlich, aber doch liebenswert daher. Und es sind ja auch arme Kerle, die Trolle, haben sie doch nur vier Finger und vier Zehen. Auch bei den Trollen ist es nicht anders wie bei den Menschen, die Männer sind deutlich weniger hübsch wie die Trollinen. Mit Trollen haben auch einige norwegische Sehenswürdigkeiten zu tun, wie der berühmt Trollstigen, mit der abenteuerlichen Fahrt über elf Spitzkehren und 12 % Steigung oder die rund 1‘000 Metern hohe Trollwand, die höchste, senkrecht abfallende Wand Europas und der an seiner schmalsten Stelle nur gerade 100 Meter breite Trollfjord. Legenden über Trolle werden heute noch in kalten Winterabenden in Norwegen bei warmem, knisternden Feuer erzählt. Wie gesagt, die Trolle sind eher nachtaktiv. Daran sollte man sich erinnern, wenn man durch die Wälder und Berge streift, Auch wenn sie in Geschichten nicht immer so dargestellt werden, so sind Trolle eher gutmütig und harmlos. Aber aufgepasst, man weiß ja nie…

Reiseroute: Auch wer noch nie in Norwegen unterwegs war kennt ziemlich sicher die berühmtesten Schönheiten, wie den bereits erwähnten Geiranger Fjord, Stavanger, die Lofoten, Bergen, mit den berühmten 280 Jahre alten Holzhäusern in der Altstadt und natürlich das Nordkap. Norwegen hat eine Fläche von 323‘787 Quadratkilometern, auf der nur gerade knapp 5,2 Millionen Menschen leben, fast zehn Prozent (600’000) davon alleine in der Hauptstadt Oslo. Die Küstelänge am Festland beträgt 25‘148 km, hinzu kommen weitere 58‘133 km Inselküste.

Minus Punkt einer Norwegen Kreuzfahrt: Das Wetter

Wetter: Nun ja, das Wetter ist vielleicht das einzige „Problem“ einer Kreuzfahrt in den hohen Norden. In Deutschland startet man bei schönstem, blauen Himmel und dann geht‘s los. Beim ersten Stop in Norwegen grüßt vielleicht noch die Sonne, aber dann ist es schon bald vorbei mit dem Schmuse-Wetter. Wolken verdunkeln die Sonne – und nur wenn man Glück und Petrus ein Einsehen hat – können die Kreuzfahrt-Passagiere ohne Regen Norwegen besuchen. Aber das schöne in Norwegen ist, dass das Wetter fast stündlich ändern kann. Bei der wunderschönen Fahrt nach Trollstigen erzählt uns die Reiseleitern, dass der Himmel an 300 Tagen im Jahr bewölkt ist. Wir aber haben strahlend Sonnenschein. Regen ist beispielsweise auch in Trondheim Alltag. „260 Tage im Jahr regnet es bei uns“, erzählt die Reiseleiterin. Das ist eben Norwegen. Und ganz wichtig: Für eine Kreuzfahrt zu den Fjorden oder dem Nordkap sollte unbedingt warme Kleidung eingepackt werden. Von 30 Grad in Hamburg, kann es leicht zu 6 Grad am Nordkap wechseln.

Monarchie: Norwegen ist wie England, Schweden oder Belgien eine Monarchie. Seit 1991 regieren König Harald V. (geboren 1937) und seine Frau Sonja das Land. Er hat vorwiegend repräsentative und konstitutionelle Aufgaben. Die Kabinette müssen in der jeweiligen parlamentarischen Situation von ihm formell bestätigt beziehungsweise entlassen werden. Beim Volk sehr beliebt sind sein Nachfolger, Kronprinz Haakon und seine bürgerliche Frau Mette-Marit. Von der Monarchie spürt man bei einer Kreuzfahrt entlang der norwegischen Fjorde herzlich wenig. Lohnenswert ist sicherlich ein Besuch der Festung Bergenhus mit dem Rosenkranzturm in Bergen. Gleich hinter dem Turm liegen die von 1247 – 1261 von König Häkon Häkonsson zur Hochzeit seines Sohnes Magnus erbauten Hakkonshallen. König Harald V. residiert im königlichen Schloss in Oslo, das mit seinen 173 Räumen eher zu den kleineren Schlössern in Europa zählt.

Schönste Seereise der Welt und Norweger Pullover

Norweger Pullover: Wenn man der Legende glauben will, dann hatte Oma Ylöskö an einem eisig kalten Winterabend die Idee, für ihren Sohn Lauru einen Pullover zu stricken. Dies soll die Geburtsstunde der noch heute bei Touristen äußerst beliebten Norweger Pullover sein, die kaum Wind und Kälte durchlassen. Die Herkunft der Norweger-Strickmuster liegt in Setesdal, einem Tal im Süden von Norwegen. Die Wollerzeugnisse aus diesem Ort dienten sogar Schafhirten als Wärmespender. Die Norweger Pullover sind allerdings kein ganz billiges Vergnügen, kostet das Kleidungsstück doch rund 200 Euro. Aber die Pullover sind wirklich jeden Euro/Franken wert. Es gibt natürlich auch günstigere Norweger Pullover, nur sind diese – wie so vieles – in asiatischen Ländern produziert und damit natürlich auch nicht so winterhart wie die echten Norweger Pullover.

Hurtigruten: Neben den Kreuzfahrtschiffen der grossen Reedereien sind auch täglich die beliebten und bekannten Hurtigruten-Schiffe im Norden unterwegs. Die Reise führt in elf Tagen über 2’795 nautische Meilen oder 5’176 Kilometer von Bergen in den hohen Norden nach Kirkenes bzw. in umgekehrter Richtung in zehn Tagen vom Norden in den Süden. Die Hurtigruten, die ihre Fahrten gerne als die „schönste Seereise der Welt“ bezeichnen, sind heute zwar zum größten Teil von Touristen bevölkert, aber trotzdem noch immer auch als Fracht- und Passagierschiffe für die Einheimischen unterwegs. Viele Orte in Norwegen sind nur mit Schiffen erreichbar. Die Geburt der Hurtigruten geht auf den 2. Juli 1893 zurück, als Kapitän Richard With mit der D/S Vesterälen erstmals die Strecke nach Hammerfest befuhr. Im Liniendienst werden aktuell elf Schiffe aus drei Schiffsgenerationen eingesetzt. Weitere drei Schiffe sind aktuell für Expeditions-Kreuzfahrten unterwegs, zu denen im Verlauf des nächsten Jahres weitere hinzukommen.

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