Sail-Veteran, Hollywood-Star und Entdeckungsschiff an der Sail Bremerhaven 2020

Echte Hollywood-Schönheit: „Earl of Pembroke“ aus England (Foto Scarlet Sails)

Die „Sail Bremerhaven 2020“, das internationale Festival der Windjammer, nimmt mehr und mehr Gestalt an. So kann das Organisationsbüro aktuell drei weitere, sehr  attraktive Schiffe vermelden. Die „Statsraad Lehmkuhl“ aus Norwegen, die „Earl of Pembroke“ aus England und die „Atyla“ aus Spanien sind echte Hingucker mit spannender Geschichte. Mit den drei Neuzugängen stehen zum jetzigen Zeitpunkt 34 vertraglich fixierte Schiffe auf der Liste. Für das Mega-Event an der deutschen Nordseeküste vom 19. bis 23. August 2020 werden insgesamt rund 250 Schiffe erwartet, die Besatzungen aus 20 Nationen mitbringen. Das Gros der Zusagen, darunter Staatsschiffe aus aller  Welt, wird zum Jahresende 2019 erwartet.

Als Zeugnis der herausragenden Schiffbaukunst der Bremerhavener Tecklenborg-Werft segelt seit über 100 Jahren die „Statsraad Lehmkuhl“ über die Weltmeere. Heute ein norwegisches Schiff, wurde der wunderschöne Dreimaster 1914 als „Großherzog Friedrich August“ in Bremerhaven gebaut und getauft. Nachkriegsbedingt wechselte die stählerne Bark aber schnell den Besitzer: Als Reparationszahlung ging sie 1919 nach England und wurde 1923 vom norwegischen Reedereiverbund gekauft. Bis 1966 war der Dreimaster als Schulschiff unterwegs, heute fährt sie als Charterschiff für eine norwegische Stiftung. Das Schiff ist für seine hervorragenden Segeleigenschaften bei starkem Wind ebenso berühmt, wie für seine in vielen Teilen originalgetreue Ausstattung unter Deck. Die “Statsraad Lehmkuhl” war schon 1986 bei der ersten „Sail Bremerhaven“ zu Gast.

Echte Hollywood-Schönheit: „Earl of Pembroke“ aus England

Zum ersten Mal in Bremerhaven ist der englische Dreimaster „Earl of Pembroke“. Ihre Stärke ist die Verwandlung, die sogar in Hollywood punkten konnte. Dabei ist der Beginn ziemlich unspektakulär: 1945 als „Orion“ in Schweden gebaut, transportierte das Schiff zunächst Bauholz über die Ostsee und entlang der englischen Ostküste. 1980 kam der Dreimast-Schoner in englischen Privatbesitz und wurde aufwändig restauriert. Dabei wechselte die Takelage ihren Typ, aus dem Schoner wurde eine Bark. Vorbild dafür war die berühmte Bark „Endeavour“, die ursprünglich auf den Namen „Earl of Pembroke“ getauft wurde, und mit der der englische Entdecker James Cook 1770 erstmals Australien anlief. Bei der Restaurierung trug der neue Eigner gezielt den Anforderungen von Filmproduktionen Rechnung, mit Erfolg. Die „Earl of Pembroke“ ist mittlerweile in über 20 Filmen zu sehen, darunter einigen Hollywoodstreifen. Wer heute die Bark besichtigt, der wandert schnell auf den Spuren von Tom Hanks oder Halle Berry, die dort einen „Alice im Wunderland“-Film drehten.

Große Pläne an Bord: „Atyla“ aus Spanien

Bremerhavener erinnern sich sicher an die „Atyla“, das schöne Schiff mit dem roten Schiffskörper. Lag sie doch nach der letzten Sail 2015 noch für mehrere Monate im Fischereihafen wegen eines Motorschadens. Doch ein Austausch-Motor wurde gefunden und so segelt der Zweimaster heute wieder mit Trainees und vollzahlenden Gästen zwischen spanischem Festland und den Inseln. Auch wenn ihr Erscheinungsbild direkt ins 16. Jahrhundert führt, so ist die „Atyla“ doch erst 35 Jahren alt. Der Schoner ist einem Schiff nachempfunden, mit dem der spanische Entdecker Juan Sebastian d´Elcano zwischen 1519 und 1522 als erster die Welt vollständig umsegelte. Seit 2013 ist die „Atyla“ auch Teil der International Sail-Familie

Die „Sail Bremerhaven 2020“ findet vom 19. bis 23. August 2020 statt und ist ein Muss für alle, die der Schifffahrt und ihren Menschen ganz nah kommen wollen. Im Fokus stehen die „Königinnen der Meere“ – die Windjammer-, doch ein buntes Programm an Land und auf dem Wasser sowie zahlreiche Möglichkeiten, interessanten Besatzungsmitgliedern aus aller Welt zu begegnen, machen den weiteren Reiz aus . Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Infos unter www.sail-bremerhaven.de

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