Flussreisen starten mit verstärkten Hygienemassnahmen in die Saison

Modellbild einer Mittel-/Oberdeckkabine der Excellence Empress (Foto Reisebüro Mittelthurgau)

Fast im Tagestakt werden aktuell die Startdaten der Hochseekreuzfahrtschiffe verschoben. Man macht sich gegenseitig Mut bzw. hofft möglichst wenig weitere Kreuzfahrten absagen zu müssen, doch daraus wird wohl nichts. Deutlich besser geht es den Anbietern von Flusskreuzfahrten. Mit der Flussreise vom 1. Juni von Passau nach Düsseldorf eröffnete nicko Cruises die Flusssaison nach Corona. In den nächsten Wochen folgen die meisten Mitbewerber. Gestartet wird allerdings unter verschärften Hygiene- und Gesundheitsmassnahmen, so fehlen beispielsweise die Selbstbedienungsbuffets auf sämtlichen Flussschiffen.

Die Interessengemeinschaft der Flusskreuzfahrt-Reedereien IG RiverCruise (IGRC) hat einen Leitfaden für den sicheren Betrieb an Bord ihrer Schiffe verabschiedet Das Konzept regelt die allgemein empfohlenen Schutzmassnahmen, so dass sowohl für die Gäste an Bord, wie auch für die Crew die Ansteckungsgefahr praktisch ausgeschlossen werden kann.
Der Leitfaden beinhaltet die minimalen Standards unter anderem betreffend Sicherheitsabstände, Desinfizierung, Hygiene in allen Räumlichkeiten des Schiffes (inkl. Küche und Crewräume) und regelt das Reporting bei allfälligen Erkrankungen. Klares Ziel der Massnahmen ist, dass das Schiff ein für Gäste und Crew ungefährlicher Aufenthalts- und Arbeitsplatz bleibt. Die Massnahmen richten sich stark nach der Hotelbranche. Der Leitfaden kann hier angeschaut werden.

Nicko Cruises startete Flussreisen Saison nach Corona

Nicko Cruises startete als erster Anbieter mit einer Flussreise der nicko Vision am 1. Juni 2020 und eröffnete damit die Fluss Saison nach Corona für die gesamte Flusskreuzfahrtbranche. Der Stuttgarter Veranstalter startet mit Reisen innerhalb Deutschlands, ab Mitte Juni kommen nach und nach weitere Destinationen hinzu. “Wir sind froh, dass es endlich wieder losgeht und wir unseren Gästen wie gewohnt schöne und entspannte Reisen bieten können”, so Guido Laukamp, Geschäftsführer von nicko cruises Schiffsreisen GmbH. “Unsere Infektionsschutz-Maßnahmen sorgen für eine sichere und angenehme Flusskreuzfahrt“, so Laukamp weiter.

Mittelthurgau eröffnet Flussschiff Saison in der Schweiz

Die Saison der drei Schweizer Anbieter von Flussreisen eröffnet das Reisebüro Mittelthurgau. Geschäftsführer Stephan Frei erklärt: «Wir planen, im Juli zu starten, beginnend in Frankreich, Deutschland, Benelux, Österreich und Portugal.» Gleich drei Schiffe der Excellence Flotte (die Schweizer Grand Hotels auf dem Fluss) eröffnen am 11. Juli den Restart nach Corona, nämlich die Excellence Baroness von Basel nach Wien, die Excellence Coral von Stralsund nach Berlin und die Excellence Pearl von Amsterdam nach Hannover. Ein wichtiges Datum ist aber auch der 19. Juli, denn dann startet das brandneue Flusskreuzfahrtschiff von Mittelthurgau, die Excellence Empress, zur Jungfernfahrt auf der Donau. Bereits am 4. Juli startet die ebenfalls neue Excellence Adria zur Reise entlang der kroatischen Küste. Schlechte Nachrichten gibt es für Russland. Die beliebte Excellence Katharina, die die Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg befährt ist in diesem Jahr nicht unterwegs, da, so Stephan Frei, die Lage betreffend dem Virus aktuell zu unsicher sei.

Auf 30 m2 bietet die Master Suite der Thurgau Prestige viel Platz (Bild Stieger)

Thurgau Travel startet am 7. Juli – Rivage Flussreisen wartet noch ab

Auch bei Thurgau Travel ist man bereit: Ab 7. Juli geht es los zu neuen Ufern. Dann heisst es „Leinen los“ auf der Thurgau Prestige, beispielsweise für eine Familienflussreise mit Grosseltern, Eltern und Kinder (1 Kind bis 15 Jahre gratis in der Kabine der Eltern). Selbstverständlich hat Thurgau Travel die Vorsorgemassnahmen zum Gesundheitsschutz der Gäste weiter perfektioniert, so dass der Flussreisenanbieter seinen Gästen eine unbeschwerte Reise versprechen kann. Zahlreiche Corona-Virus-Massnahmen sind vorgesehen, so Fiebermessen, Arzt an Bord, Schnelltests, eine reduzierte Passagierzahl für optimalen Abstand und vermehrte Desinfektion. Die Filter der Klimaanlage in den Kabinen werden nach jeder Belegung ausgetauscht, im Restaurant sind die Tischabstände grösser und die Gruppen bei Ausflügen kleiner.

Der kleinste Schweizer Anbieter von Flussreisen, Rivage Flussreisen in Windisch kann aktuell noch keinen konkreten Termin für den Neu-Start nennen. Geschäftsführer Mike Papritz erklärt: «Wir sind mit allen Partnerreedereien im engen Austausch und hoffen, zeitnah mehr zu wissen.»

A-Rosa Gäste müssen auf Selbstbedienungsbuffet verzichten

Den Anfang der A-Rosa Flussreisen soll ab dem 17. Juni 2020 die A-Rosa Alva auf dem Douro machen. Es folgen Fahrten auf Rhein und Donau ab dem 19. und 20. Juni 2020. Für Anfang Juli ist auch der Neustart der Reisen in Frankreich vorgesehen. Für die Reisen hat A-Rosa ein umfangreiches Hygiene- und Gesundheitskonzept erarbeitet, das die jeweils geltenden Hygiene- und Abstandsregeln umsetzt. Hierbei wurde das A-Rosa Team u.a. von Dr. med. Jens Tülsner unterstützt, der nach Wiederaufnahme der Reisen die Funktion des Flottenarztes übernehmen wird. Neu dürfen sich die Gäste auf ein serviertes Frühstück sowie zum Lunch ein 3-Gang-Menü und zum Dinner ein 4-Gang-Menü freuen.

Flussschiffe fahren mit weniger Passagieren

Die kleinen Flussschiffe haben gegenüber den Hochseekreuzfahrtschiffen in der jetzigen Zeit den grossen Vorteil, dass keine Menschenansammlungen stattfinden. Zudem fahren viele Reedereien mit kleineren Auslastungen. So wird Viva Cruises gemäss Viva-Chefin Andrea Kruse mit einer Auslastung von bis 70 Prozent starten. Bei nicko Cruises dürften es maximal 80 Prozent sein.

Die Flussschiffe von Phoenix Reisen wie beispielsweise Alena, Alina, Anesha, Andrea und Asara starten voraussichtlich in der Woche ab dem 26. Juni. Ebenfalls am 26. Juni startet Viva Cruises die erste Flussreise. Zum Hygienekonzept gehören Screenig der Gäste vor Reisebeginn, Gesundheitsfragebogen, verstärkte Desinfektion, ein optimiertes Restaurantkonzept und eine reduzierte Gästezahl bei Landausflügen (mit kabellosem Info System).

In der schwierigen Lage gibt es auch neue Chancen. Die Amerikaner dürfen aktuell noch nicht nach Europa fliegen, deshalb liegen die Schiffe in den Häfen. Und Stillstand kostet Geld. So hat AmaWaterways zwei Schiffe dem Schweizer Online Kreuzfahrt Spezialisten E-Hoi angeboten. Dieser offeriert die beiden Luxus-Flussschiffe Ama Kristina und Ama Viola von Juli bis November auf exklusiven Flussreisen an. An insgesamt 41 Daten werden Reisen auf Donau und Rhein zu Preisen angeboten, für die Amerikaner normalerweise das Doppelte bezahlten müssten und dies in einmalig schönen Flussschiffen.

Zu einer luxuriösen Reise auf der Donau lädt Ama Viola (Foto Ama Waterways)

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