Porträt Dubai: Wo Sand und Wolkenkratzer den Himmel küssen

In Dubai sind Bescheidenheit und Zurückhaltung Fremdworte (Bild Stieger)

Dubai, einst öde Wüste, ist heute eine Stadt, die man gesehen haben muss. Nur dann glaubt man, dass es die Stadt auch tatsächlich gibt. Gigantische, rekordverdächtige Gebäude stehen direkt neben traditionellen Vierteln, geteilt lediglich durch den Dubai Creek. Burj Khalifa, das mit 828 Metern höchste Gebäude der Welt, Burj Al Arab, das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt, der Miracle Garden mit 45 Millionen Pflanzen, eine künstlich angelegte Insel in Form einer Palme, Einkaufsparadiese mit bis zu 1’200 Läden und eine Ski-Halle zum Ski Fahren und Schlittschuhlaufen bei 50 Grad Hitze draussen, sind nur einige der vielen Highlights von Dubai. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Ein noch höherer Turm ist geplant, das höchste Riesenrad der Welt wird demnächst eröffnet und vieles, vieles mehr wird in der Stadt, in der Bescheidenheit und Zurückhaltung Fremdworte sind, noch folgen.

Von Hans Stieger, Stiegers Kreuzfahrt Tipps

In Dubai, wo vor 40 Jahren noch eine riesige Sandwüste Meer und Land trennte, steht heute rekordverdächtige Architektur neben traditionellen Vierteln und mit Millionen von Kubikmetern Sand errichtete Inseln säumen die Küste.

Highlight der Stadt ist der Burj Kahlifa

Der Burj Kahlif, grösstes Gebäuder der Welt, ist eine der vielen Attraktionen in Dubai (Bild Stieger)

Er ist von überall aus zu sehen und damit nicht zu verfehlen: Mit einer sagenhaften Höhe von 828 Metern ist der Burj Khalifa das Wahrzeichen der Stadt. Der höchste Wolkenkratzer der Welt – und mit 1.5 Milliarden Baukosten wohl auch teuerste – beherrscht die Skyline Dubais. Doch am besten bestaunt man die Erhabenheit dieses Bauwerks aus der Nähe oder, noch besser, von innen. 57 Fahrstühle – die schnellsten der Welt – entführen die Besucher in schwindelerregende Höhen. An klaren Tagen ist der Blick von der Aussichtsplattform im 124. Stock einfach überwältigend und man glaubt kaum was man sieht: Überall wird weiter gebaut und die Zahl der bisher 950 Hochhäuser wird wohl bald die nächste Schallgrenze übertreffen. Besuchern sei unbedingt auch der Gang über die Treppe auf den 125. Stock empfohlen. Auch hier ist die Aussicht atemberaubend und es hat deutlich weniger Touristen. Zudem hat es hier einen weiteren Lift mit dem man schneller wieder Boden unter den Füssen hat. Wer sich den Luxus gönnen und und einmal über den Wolken speisen möchte, ist im Atmosphere im 122. Stockwerk an der richtigen Adresse. Für den erfolgreichen Film “Mission Impossible 4” hat sogar Schauspieler Tom Cruise den höchsten Turm der Welt bestiegen.

The Tower at Dubai Creek Harbour (PRNewsFoto/Emaar)

Noch höherer Turm geplant – bis 1’200 Meter hoch?

Das Ende der Fahnenstange ist mit dem Burj Khalifa aber noch lange nicht erreicht. Es soll und muss noch höher gehen. Schon 2020, anlässlich der Expo in Dubai, soll der Burj Khalifa, der übrigens ursprünglich Burj Dubai heissen sollte (während der Immobilien-Blase 2008 hatte man in Dubai kein Geld mehr und war auf die Unterstützung von Abu Dhabi angewiesen – als Dankeschön wurde der Burj nach dem dortigen Herrscher umbenannt) durch einen noch höheren Turm abgelöst und die Skyline von Dubai um ein legendäres Bauwerk reicher werden: Emaar Properties hat das Design und die architektonischen Besonderheiten eines atemberaubenden Hochhauses in Dubai Creek Harbour bekannt gegeben. Der Tower wird im Herzen von Dubai Creek Harbour stehen, einem 6 Quadratkilometer großen Stadtteil, der zehn Minuten vom Dubai International Airport entfernt ist. Mohamed Alabbar, Vorstandsvorsitzender von Emaar Properties, kommentierte: “Der Tower ist unser Tribut an die positive Einstellung, die Energie und den Optimismus, den Dubai und die VAE feiern. Mit dem Tower bauen wir ein aufregendes Bauwerk mit langfristigem wirtschaftlichen Wert.” Das Design des Towers, vom spanisch-schweizerischen Architekten Santiago Calatrava Valls entworfen, soll nach dem Vorbild der Hängenden Gärten von Babylon gestaltet werden und das Bild eines Minaretts darstellen, das ein wesentlicher Bestandteil der islamischen Kultur ist. Die Krönung des Bauwerks wird der Pinnacle Room sein, der eine 360-Grad-Aussicht auf die Stadt und darüber hinaus bieten wird, wie man sie noch nie gesehen hat. Wie hoch das neue Wahrzeichen der Stadt werden soll, ist noch nicht bekannt, Gerüchte besagen, dass der Turm, der rund eine Milliarde Dollar kosten soll, bis 1’200 Meter hoch werden wird.

Grösstes Einkaufszentrum der Welt – Paradies mit 1’200 Läden

Direkt neben dem Burj Khalifa liegt die Dubai Mall. Das Wort „Einkaufszentrum“ wird diesem gigantischen Areal kaum gerecht − selbst wer einen ganzen Tag hier verbringt, hat noch nicht längst nicht alles gesehen. Sicher ist allerdings, der Geldbeutel dürfte nach einem Tag um einiges leichter geworden sein. Neben über 1200 Geschäften und 150 Restaurants beherbergt die Dubai Mall einen Indoor-Vergnügungspark, eine Eislaufhalle, einen beeindruckenden Wasserfall, eine Wasserorgel und ein riesiges Aquarium mit einem gigantischen Unterwasserzoo.
In Dubai gibt es 96 Einkaufszentren (weitere sind bereits geplant oder im Bau) − nirgends ist es dadurch einfacher, das perfekte Kleid, ein brandneues Handy, einen tollen Anzug, schöne Schuhe oder ein einzigartiges Andenken zu finden. Aber Einkaufen reicht den Kundinnen und Kunden schon längst nicht mehr, das ist auf der ganzen Welt und insbesondere in Dubai so. Nur vermögen die europäischen Einkaufszentrum mit dem was Dubai seinen Kunden bietet, kaum mitzuhalten. Oder kennen Sie in Europa ein Einkaufszentrum wo man auch Ski laufen kann – und das bei Sommertemperaturen von über 50 Grad? Die Mall of the Emirates beherbergt den grössten Indoor-Snowpark der Welt. Auf einer Schneefläche von über 22.500 Quadratmetern erwarten die Besucher fünf Skipisten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden – vom Anfängerhügel bis hin zu einer schwarzen Piste – sowie eine 90 Meter lange Freestyle-Abfahrt für Snowboarder und Rodler. Die längste Abfahrt ist 4300 Meter lang. Eine 4-er Sesselbahn befördert die Ski-Freaks auf die 60 Meter hohe Piste. Der 3.000 Quadratmeter große Schneepark bietet mit Schneehöhlen, Rodelpisten und Tube-Rides Spass und Unterhaltung für die ganze Familie. Und selbstverständlich fehlen auch Schneepinguine nicht. Übrigens: Schneeausrüstungen – von Handschuhen bis zum Skianzüg – sind im Einkaufspreis von rund 60 Euro (der Skilehrer kostet extra) bereits inbegriffen. Warme Kleidung ist auch durchaus notwendig bei Temperaturen von durchschnittlich -1 bis -2 Grad Celsius. Die 85 Meter hohe Skihalle in der Mall of Emirates bietet bis gleichzeitig bis maximal 1’500 Personen Platz. Wer im 5-Sterne Hotel Kempinski übernachtet, kann dort ein Ski-Chalet mieten – selbstverständlich mit Blick auf die Piste.

Für wenige Rappen geht’s mit einem Abra über den Dubai Creek (Bild Stieger)

Herz der Stadt ist der Dubai Creek

Eine künstlich angelegte Insel in Form einer Palme − das gibt es selbstverständlich auch nur in Dubai. Die Palm Jumeirah wurde zwischen 2001 und 2008 auf einer Fläche von rund 560 Quadratkilometern erbaut. Die Insel besteht aus drei Abschnitten, dem Stamm, den 16 Palmenwedeln und einem sie umgebenden Sichelmond. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 200 Millionen Kubikmeter Sand und Steine für die Aufschüttung benötigt wurden. Ausser 35 Villen, von denen jede – gemäss unserem Reiseleiter – mindestens 8 Millionen US-Dollar gekostet haben soll – finden sich auf Palm Jumeirah auch viele luxuriöse Hotels, darunter das Waldorf Astoria, das Fairmont, das One&Only, das Jumeirah Zabeel Saray und das wohl bekannteste von allen, das berühmte Atlantis – The Palm.

Dubai ist vor allem für den Glamour seiner Wolkenkratzer bekannt, doch das Herz der Stadt ist und bleibt der Creek. An diesem Meeresarm ließen sich die Bani-Yas-Stämme ursprünglich nieder und gingen ihren damals wichtigsten Geschäften nach, dem Tauchen nach Perlen und der Fischerei. Auch heute zeugt das Viertel von der Geschichte des Emirats: Hier befinden sich das Dubai Museum und die Souks für Gold, Gewürze und Textilien. Wenn Sie am Creek sind, ist eine Bootsfahrt in einer traditionellen Abra ein Muss, die mit Kosten von nur 1 Dirham (rund 30 Cent) sicher auch die günstigste Touristenattraktion der Stadt ist. Der Scheich hat übrigens vorgegeben, dass keine Brücken über den Dubai Creek im Zentrum gebaut werden dürfen. Somit dürften die Abras als Touristen Attraktion noch lange erhalten bleiben.

Das Burj Al Arab, teuerstes und exklusivstes Hotel der Welt (Bild Stieger)

Ein Traum mit 8’000 Quadratmetern Blattgold – das Burj Al Arab

In fast sämtlichen Einspielungen über Dubai ist das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt, das Burj Al Arab der absolute Hingucker. Die eindrückliche Kubatur in Form eines Segels erhebt sich 321 Meter über dem Meer. Das wohl luxuriöseste und teuerste Hotel der Welt wurde auf einer künstlich aufgeschütteten Insel in Dreiecksform errichtet. Der Bau des Burj Al Arab, mit geschätzten Gesamtkosten von rund 1.5 Milliarden Dollar, dauerte von 1994 bis 1999. Für das eigentliche Gebäude wurden 70.000 Kubikmeter Beton, 43.000 Quadratmeter Glas, 9.000 Tonnen Stahl, 13.000 Kubikmeter Carrara-Marmor, 12.000 Kubikmeter brasilianischer Granit, 32.000 Kubikmeter italienisches Mosaik und 8.000 Quadratmeter Blattgold verwendet (Quelle: Wikipedia). Die 202 Zimmer der Burj Al Arab sind ausschliesslich zweistöckige Suiten mit einer Größe zwischen 169 und 780 Quadratmetern. Die günstigste Suite ist ab 2’000 Dollar pro Nacht zu buchen.
Wie könnte es anders sein: Auch in Sachen Gastronomie kann das Burj Al Arab nur mit Superlativen aufwarten. So erwartet die vermögenden Gäste ein Unterwasser-Restaurant in einem Aquarium, zu dem die Besucher mit einer 3-minütigen simulierten Fahrt in einem U-Boot gelangen. Und wie es sich für ein Luxus-Hotel gehört: Der Cappuccino wird in den acht Restaurants und Bars mit Goldstaub serviert. Im Al Mahara speisen die Gäste inmitten eines riesigen Meeraquariums. Zudem bietet das Burj Al Arab eine ganze Flotte an Rolls-Royce-Limousinen und den berühmten Hubschrauberlandeplatz, auf dem bereits viele Events mit prominenten Gästen stattgefunden haben, so mit den Tennis-Stars Boris Becker und Roger Federer.

Höchstes Riesenrad der Welt – natürlich auch in Dubai
Dubai kann selbstverständlich noch mit unzähligen weiteren Attraktionen aufwarten. Diese aufzuzählen, würde aber den Beitrag zweifellos sprengen. Erwähnt seien noch der Erlebnispark IMG World, der Miracle Garden, mit über 45 Millionen Pflanzen grösster Blumenpark der Welt sowie das höchste Riesenrad der Welt, das in wenigen Wochen eröffnet wird.
Die Zeit bleibt aber auch in Dubai nicht stehen. Und so sind viele, viele weitere Attraktionen für die kommenden Jahre geplant. Schliesslich geht es darum für die Zeit nach dem Ausbleiben der Ölvorräte in einigen Jahren gewappnet zu sein. Und da ist Dubai auf gutem Weg: Mit erwarteten 25 Millionen Besuchern an der Expo 2020 sind die Ziele jedenfalls hoch gesteckt. Bescheidenheit und Zurückhaltung sind und bleiben in Dubai jedenfalls auch in der Zukunft Fremdworte.
Weitere Auskünfte über Dubai unter http://www.visitdubai.com



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  1. […] Dubai ist als glamouröse Metropole die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate, die in den letzten Jahrzehnten imposant gewachsen ist. Vom Besuch einer Aufführung an der Dubai Opera über den beeindruckenden Ausblick auf das lebendige Stadtzentrum vom Gipfel des Burj Khalifa bis hin zur Erkundung der traditionellen Märkte der Altstadt, den sogenannten Souks, bietet Dubai für jeden Besucher eine breite Auswahl an Aktivitäten. Abenteurer finden im weltgrößten Indoor-Freizeitpark IMG Worlds of Adventure sowie dem ca. 49.000 m² großen Wasservergnügungspark Wild Wadi Waterpark ihr Urlaubsvergüngen. […]

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