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Deutsche Reedereien packen die Digitalisierung an

Ralf Nagel, Senator a.D. Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied (Bild Frank Krems)

Für den Verband Deutscher Reeder (VDR) bestätigt die heute von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) vorgestellte Schifffahrtsstudie die zentralen Herausforderungen für die Reedereien am Standort Deutschland. „Digitalisierung, Finanzierung, Umweltschutz: diese Themen entscheiden über die Zukunftsfähigkeit der deutschen Handelsschifffahrt und werden deshalb von den Führungskräften in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld angepackt“, erklärte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR.

„Um digitale Innovationen für den Schiffs- und Reedereibetrieb erfolgreich zu entwickeln und einzuführen, stellen sich deutsche Reedereien noch internationaler auf. Die Zurückhaltung von deutschen Banken bei der Schiffsfinanzierung erzwingt eine stärkere Orientierung hin zu neuen Partnern.“ Beispiele für diese Entwicklung sind Kooperationen mit indischen Software-Entwicklern, US-amerikanischen Fonds und chinesischen Banken.

Bundesregierung braucht Strategie für den maritimen Standort Deutschland

Mit der Erhöhung des Lohnsteuereinbehalts für die an Bord beschäftigten Seeleute und die Anpassung der Schiffsbesetzungsverordnung können deutsche Reeder ihre Schiffe unter deutscher Flagge jetzt wettbewerbsfähiger betreiben und haben seit Anfang Juni rund ein Dutzend zusätzlicher Schiffe unter die deutsche Flagge gebracht. „Diese richtigen Entscheidungen für die Sicherung des maritimen Know-hows entfalten Wirkung“, so Nagel.

Fast die Hälfte der Reedereien ändert ihr Geschäftsmodell, so die PwC-Studie. „Ein Handlungskonzept für eine zukunftsfähige Gesamtentwicklung des maritimen Standorts steht jedoch noch immer aus – und gewinnt durch die aktuelle Studie noch einmal an Bedeutung. Um die Kompetenz und die Wertschöpfung des hochdynamischen Schifffahrtsgeschäfts weiter für Deutschland zu sichern, bedarf es deshalb einer Strategie der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft“, sagte Nagel.

Chancen der Digitalisierung schon heute auf dem Weg

Laut PwC hat sich die Zahl der Reeder, die unbemannte Schiffe in absehbarer Zukunft für wahrscheinlich halten, versechsfacht (auf 24 %). Dazu Ralf Nagel: „Ferngesteuerte oder gar autonom fahrende Schiffe sind eine ebenso spannende wie herausfordernde Vision für den globalen Seetransport. Smart Shipping wird mehr attraktive und verantwortungsvolle Jobs an Land für die Überwachung und Fernwartung der Schiffe schaffen. Bereits heute halten Schlüssel-Technologien wie Sensoren an Bord und Echtzeit-Datenübertragung ans Festland Einzug in die Schifffahrt.“ Nach einer Umfrage unter den VDR-Mitgliedsunternehmen haben zwei Drittel der Reedereien sämtliche Schiffe (45 %) oder einen Teil der Flotte (21 %) mit einem Internetzugang ausgerüstet.

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