Flusskreuzfahrt mit der MS Emerald Dawn: Tolles Schiff, gute Küche und schöne Landschaften

Flusskreuzfahrten wedern immer beliebter - nicht nur bei ältren Gästen (Bild Stieger)

Eine fast schon familiäre Atmosphäre, sehr gutes Essen, ein tolles Schiff (mit einem auf Flusskreuzfahrten seltenen Swimming Pool), exklusiv eingerichtete Kabinen und äusserst freundliches, meist deutsch sprechendes Personal: All dies zeichnet eine Flusskreuzfahrt mit der brandneuen MS Emerald Dawn aus. Ich habe auf Einladung von RIVAGE FLUSSREISEN erstmals in meinem Leben eine Flusskreuzfahrt unternommen und darf ohne Übertreibung sagen: „Die Fahrt entlang der Wasserstrassen in Holland und Belgien hat mir sehr gut gefallen.“

„Ich habe schon viele Flusskreuzfahrten gemacht, aber dieses Schiff ist absolut toll“, erzählt mir die rüstige knapp 70-jährige Baslerin und ihre Kollegin aus Stuttgart ergänzt: „Das Personal hier ist so freundlich, das Essen Bombe, einfach Klasse.“ Diese beiden Damen sind somit begeistert ob der neuen, erst 2015 in Dienst gestellten MS Emerald Dawn. Die 135 Meter lange MS Emerald Dawn verfügt über 92 Aussenkabinen, verteilt auf drei Decks und bietet maximal 182 Passagieren sowie 46 Crew-Mitgliedern Platz. Hauptattraktion des Schiffs ist der Pool im hinteren Teil des Schiffes. Die MS Emerald Dawn ist eines der ganz wenigen Schiffe auf europäischen Flüssen, das über einen Pool verfügt, der abends sogar zu einem Kino umgebaut werden kann.

Kabinen auf Hauptdeck für Alleinreisende ohne Zuschlag

Zuerst war ich – zugegeben – ein wenig skeptisch. Ich auf einer Flusskreuzfahrt, ist das wirklich was für mich? Aber: Was man nicht kennt, kann man auch nicht beurteilen und so habe ich die Einladung des Schweizer Spezialisten Rivage Flussreisen gerne angenommen und mich auf die Kreuzfahrt entlang der Wasserstrassen in Holland und Belgien begeben. Ein bequemer Deluxe Bus von Eurobus (gehört wie Rivage zur Knecht Reisegruppe) hat uns in knapp 10.5 Stunden vom Reisezentrum in Windisch nach Amsterdam gefahren. Dort hat uns dann auch schon die MS Emerald Dawn erwartet. Und dann stand sie da vor uns: Die für mich eher klein wirkende MS Emerald Dawn. Und dann auch noch gleich im Hintergrund die grosse AIDAbella. Aber der erste Eindruck täuscht: Die MS Emerald Dawn ist zwar ein kleines – wie Flusskreuzfahrtschiffe halt so sind – aber sehr exklusives und schönes Schiff mit viel Platz für die Passagiere.

Die Kabine ist mit ihren 16 Quadratmetern natürlich nicht gerade riesig. Aber sie verfügt über all das was eine solche Flusskreuzfahrt zu einem schönen und bleibenden Ereignis werden lässt. Betten mit ägyptischer Baumwoll-Wäsche, ein Wandschrank, zwei Nachttische (hier wäre eine Schublade noch schön gewesen), Telefon (braucht das heute noch jemand?), Minibar, Safe, grosser Flachbildschirm (da können sich manche Mega-Liner noch etwas abgucken, bei den kleinen Fernsehern die es dort oft gibt), Klimaanlage, Dusche mit Glaswand sowie Regenschirm und Fön. Die Kabinen im Hauptdeck (das ist gleich über der Wasserlinie) mit breitem, nicht zu öffnenden Fenster sind 15 Quadratmeter gross. Wichtig hier: Alleinreisende die eine Kabine auf diesem Deck buchen bezahlen keinen Einzelkabinenzuschlag. Schliesslich gibt es noch Junior Suiten oder die mit 29 Quadratmetern sehr grosszügige Royal Suite. Alle Kabinen auf dem Mittel- und Oberdeck verfügen über einen französischen Balkon, das heisst die Fenster lassen sich auf Knopfdruck öffnen.

Swimming Pool und sehr gute Küche

IMG_1175 IMG_1178 Die MS Emerald Dawan ist eines der wenigen Flusskreuzfahrtschiffe das über einen eigenen Swimming Pool verfügt. Ein sicher tolles Erlebnis im Pool zu schwimmen und dann direkt auf den Rhein sehen zu können. Der Pool kann abends abgedeckt und zum Kino umfunktioniert werden. Weitere Annehmlichkeiten an Bord sind die Panorama Lounge mit grossen Fenstern, ein grosses Sonnendeck, ein kleiner Fitness-Raum, Coiffeur-Salon und ein Massageraum. Etwas vom wichtigsten an Bord ist die Verpflegung. Hier spürt man eigentlich den grössten Unterschied von der MS Emerald Dawn zu den grossen Kreuzfahrtschiffen – zu mindestens zu denjenigen die ich kenne. Das Essen war ausnahmslos sehr gut. Rührei und Speck ab Buffet waren schön warm, es gab eine grosse Auswahl an verschiedenen Broten, Müeslis, Wurstwaren, Früchten und Käse. Am Mittag und Abend wird das Essen serviert. Die Passagiere können aus verschiedenen Menüvorschlägen auswählen. Auch das Angebot an Weinen ist exklusiv. Die Preise für Getränke sind im üblichen Rahmen, nicht teurer und auch nicht günstiger wie in einem Hotel. Also alleine schon wegen der Kulinarik lohnt sich eine Reise mit der MS Emerald Dawn. Und schliesslich nicht zu vergessen: Gratis W-Lan für alle Internet Junkies. Dafür wird man ja bei den grossen Kreuzfahrtschiffen richtiggehend abgezockt und bei der MS Emerald Dawn ist es gratis – wenn auch öfters mit langsamer Verbindung.

Noch eine Bemerkung zum Umweltschutz: Bei der Emerald Dawn und ihrer Schwester der Emerald Sky liegt der Treibstoffverbrauch bis zu 30 % tiefer als bei vergleichbaren Schiffen. Das Abwasser wird gleich an Bord gereinigt, bevor es in den Fluss abgelassen wird.

Entlang der Wasserstrassen in Holland und Belgien

Unsere Reise startete in Amsterdam. Bevor die MS Emerald Dawn aber ablegte konnten wir auf einer Grachtenfahrt noch einen ersten Eindruck der Stadt gewinnen. Während dieser Fahrt konnten wir die ehemalige Seefahrerstadt mit ihren– teilweise verzierten – Hausbooten, den 165 Grachten mit 1281 Brücken (mehr als Paris) und schönen Häusern entdecken. Amsterdam ist übrigens weder Königsresidenz noch Regierungssitz von Holland, dies ist Den Haag.

Anschliessend startete die Flusskreuzfahrt, in ruhiger, gemütlicher Fahrt, an schönen Naturlandschaften und kleinen Dörfern vorbei nach Hoorn. Hoorn ist Hauptstadt von Westfriesland und erlebte ihre Blütezeit während des 17. Jahrhunderts, was sich noch immer an prächtigen Häusern widerspiegelt. Heute ist Hoorn ein verschlafenes Fischerstädtchen und Ziel vieler Segler aus der ganzen Welt. Jährlich legen im malerischen Hafen nicht weniger als 20‘000 Yachten an.

18 Windmühlen sind in Kinderdijk zu besichtigen - 17 davon sind bewohnt (Bild Stieger)

18 Windmühlen sind in Kinderdijk zu besichtigen – 17 davon sind bewohnt (Bild Stieger)

Die Windmühlen in Kinderdijk gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe (Bild Stieger)

Die Windmühlen in Kinderdijk gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe (Bild Stieger)

Holland wäre ohne Käse, Tulpen, die Königsfamilie und vor allem die Windmühlen undenkbar. Windmühlen, die seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, besichtigen wir am 3. Tag in Kinderdijk. Die 19 noch gut erhaltenen Windmühlen stammen aus dem 18. Jahrhundert. 18 Mühlen der „Windmühlenhauptstadt“ in Holland sind noch heute bewohnt, eine kann besichtigt werden.

Nach einem Mittagessen an Bord geht es weiter nach Rotterdam, der zweitgrössten holländischen Stadt. Viele Gebäude in der Stadt wurden durch die Nazis zerstört, einige davon, so das Rathaus, die Börse und das Postamt wurden wieder aufgebaut. Spannend in Rotterdam ist der Gegensatz der alten Häuser zu den neuen modernen Gebäuden im Blaak-Viertel. Mir persönlich hat Rotterdam allerdings nicht wirklich gefallen und einen Schönheitswettbewerb dürfte die Stadt nie gewinnen.

Antwerpen, die gemütlichste Stadt Flanderns und Stadt der Diamanten

Um Mitternacht lichtet die MS Emerald Dawn ihre Anker und steuert weiter zur Rubensstadt Antwerpen, der gemütlichsten Stadt Flanderns. Antwerpen, Stadt der Diamanten, ist die wichtigste Hafen- und zweitgrösste Stadt Belgiens. Gleich vom Schiff aus schlendert man zur Steen, der Antwerpener Burg, die früher ein Gefängnis war und heute das Schifffahrtsmuseum beherbergt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Rathaus (Stadhuis) aus dem 16. Jahrhundert, das Rubens Haus (der Maler wurde in Antwerpen geboren) und das Museum der schönen Künste.

Brügge - wunderschöne Stadt in Belgien (Bild Stieger)

Brügge – wunderschöne Stadt in Belgien (Bild Stieger)

Brügge - wichtige Kulturstadt in Belgien (Bild Stieger)

Brügge – wichtige Kulturstadt in Belgien (Bild Stieger)

Gemeinsam mit wohl der Hälfte der Passagiere haben wir dann an einem Ausflug nach Brügge teilgenommen, der mittelalterlichen Stadt die ich schon von einem früheren Besuch kannte. Nachdem uns die lokale Reiseleiterin hier aber richtiggehend „zu Tode geschwatzt“ hat, konnten wir die Stadt gerade noch 25 Minuten geniessen und dann ging es schon wieder zurück. Schade um die wunderschöne Altstadt von Brügge, die ein einziges Museum ist, beginnend am Beginenhof aus dem 13. Jahrhundert, der noch heute von Benediktinerinnen bewohnt und bewirtschaftet wird, vorbei an prachtvollen Bürgerhäusern bis hin zum grössten und schönsten Platz der Stadt dem Markt, mit dem 83 Meter hohen Glockenturm Belfried und dem Parlaments-Gebäude. Sehenswert auch die Liebfrauenkirche (Onze Lieve Vrouwekerk) mit der Skulptur „Maria mit dem Kinde“, erschaffen von Michelangelo.

200‘000 Tiere und 1‘835 Menschen sterben bei Sturmflut

Unsere Reiseleiterin erzählt die Geschichte der Delta-Wasserwehr (Bild Stieger)

Unsere Reiseleiterin erzählt die Geschichte der Delta-Wasserwehr (Bild Stieger)

Ein wahres Weltwunder: Die Delta-Werke schützen vor Wasser-Fluten (Bild Stieger)

Ein wahres Weltwunder: Die Delta-Werke schützen vor Wasser-Fluten (Bild Stieger)

Am nächsten Tag erwartet uns auf einem weiteren Auslug das Sturmflutwehr in der Oostenschelde, das wohl eindrücklichste Wehrbauwerk in Holland. Hier demonstrieren die Niederlande auf eindrückliche Art und Weise wie eine Wasser Sturmflut bewältigt werden kann. Die Deltawerke sind die grössten Sturmbarrieren der Welt und wurden nach der Sturmflut 1953 gebaut, bei der das Wasser der Nordsee auf eine Höhe von 4.2 Metern über dem normalen Wasserstand gepeitscht wurde. Bei diesem Naturereignis durchbrach das Wasser die Deiche von Zeeland. 150‘000 Hektar Land wurden überflutet, 1‘835 Menschen und 200‘000 Tiere starben. Die Delta-Stauwerke sind insgesamt neun Kilometer lang und kosteten 2.7 Milliarden Euro. Einige Dämme sind offen und werden nur bei Hochwasser- oder Sturmflutgefahr geschlossen. Für den Bau der Deltawerke wurden neuartige Techniken benutzt, die dazu führten dass die Stauwerke international Beachtung fanden und zu einem modernen, achten Weltwunder erklärt wurden. Auch starker Wasserdruck kann den Deltawerken, wegen ihrer stabilen und massiven Bauform, nichts anhaben. Holland ist heute Vorreiter und Vordenker für andere Staaten die Schutz vor Wasserfluten suchen.

Liebfrauenkirche in Maastricht (Bild Stieger)

Liebfrauenkirche in Maastricht (Bild Stieger)

Maastrichts Rathaus wurde 1659-64 gebaut (Bild Stieger)

Maastrichts Rathaus wurde 1659-64 gebaut (Bild Stieger)

Vorbei an schönen Landschaften und kleinen Dörfern treffen wir in Maastricht ein, einer der ältesten Städte Hollands, wo 1992 die Maastrichter Verträge unterzeichnet wurden, die die politische und wirtschaftliche Grundlage für die Europäische Union bilden. Besonders eindrücklich ist die St. Servatius Basilika. In der reichen Schatzkammer sind sein heiliger Schrein, der Stab und Brustkreuz, sowie viele schöne Gemälde und sakrale Gegenstände zu sehen. Der heilige Servatius soll in der Stadt an der Maas, am heutigen Standort der Basilika begraben sein.

Der heilige St. Servatius soll in Maastrich begraben sein (Bild Stieger)

Der heilige St. Servatius soll in Maastrich begraben sein (Bild Stieger)

Grabkammer des heiligen St. Servatius (Bild Stieger)

Grabkammer des heiligen St. Servatius (Bild Stieger)

Am Nachmittag geht es schliesslich zur letzten Etappe der Flussfahrt mit der MS Emerald zum Ausgangspunkt der Reise, Amsterdam. Hier können wir noch einen Tag lang die vielen Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der Stadt geniessen, die problemlos alle zu Fuss erreicht werden können. So das Anne Frank Haus (eines von insgesamt 75 Museen in der Stadt), das Rijksmuseum mit der weltweit grössten und bedeutendsten Kunstsammlung, die ältestes und grösste Kirche Oude Kerk (13. Jahrhundert) oder den Königlichen Palast.

Am 8. Tag heisst es Abschied nehmen. Abschied nehmen von einer äusserst freundlichen und hilfsbereiten Crew. Abschied nehmen von einem tollen und hundert Prozent empfehlenswerten Schiff, der Emerald Dawn und Abschied nehmen von tollen Landschaften, Städten, Dörfern und Sehenswürdigkeiten in Holland und Belgien. Aber versprochen: Ich komme wieder.

Alle weiteren Informationen zu den Schiffen der Rivage Flotte, zu den Flussfahrten auf den schönsten Flüssen in Europa, Russland und China, Reisen mit der MS Emerald Dawn und zum Unternehmen finden Sie bei RIVAGE Flussreisen.

Und wer kurzfristig Zeit hat. Diese tolle Reise durch Holland und Belgien wird vom 10. – 17. September 2015 nochmals durchgeführt und kann zu einem sensationell günstigen Preis-Leistungsverhältnis bereits ab Fr. 615.— (inkl. Vollpension und Busfahrt hin und zurück) gebucht werden. Alle Infos bei RIVAGE Flussreisen

Disclaimer: Wir bedanken uns für die freundliche Einladung zu dieser Flusskreuzfahrt bei RIVAGE Flussreisen. Meine Berichterstattung hat dies nicht beeinflusst

Hans Stieger, Stiegers Kreuzfahrttipps auf www.blog-kreuzfahrt.ch

 

Kreuzfahrt-Blogger Hans Stieger mit der Anne Frank Statue in Amsterdam

Kreuzfahrt-Blogger Hans Stieger mit der Anne Frank Statue in Amsterdam

Bei Madame Tussaud in Amsterdam

Bei Madame Tussaud in Amsterdam




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