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Eine Kreuzfahrt mit der MSC Seashore in Corona Zeiten – Geht das?

Im Theater der MSC Seashore müssen alle Besucherinnen und Besucher Masken tragen (Foto Stieger)

In Covid-19 Zeiten eine Kreuzfahrt mit Tausenden von anderen Passagieren – geht das oder sollte man nicht doch lieber die schöne Heimat geniessen? Was erwartet Dich, wenn Du jetzt auf den Weltmeeren kreuzen möchtest. Welche Nachteile, aber vielleicht auch Vorteile bringt eine Kreuzfahrt aktuell? Diese und viele andere Fragen beantwortet der folgende Beitrag anhand meiner Kreuzfahrt mit der MSC Seashore von Barcelona, nach Marseille, Genua, Neapel, Neapel und via Valetta zurück in die katalanische Hauptstadt.

Von Hans Stieger, Kreuzfahrt Blog

Was im Moment bei einer geplanten Kreuzfahrt im Mittelmeer nicht funktioniert ist, dass man einfach mit dem Flugzeug oder dem Auto zum Einschiffungshafen fährt oder fliegt ohne sich vorzubereiten. Die Planung einer Kreuzfahrt ist aktuell ziemlich zeitaufwendig und – wie ich finde vor allem – nervenaufreibend. Aktuell ändern sich nicht gerade täglich, aber doch von Woche zu Woche die Vorschriften in verschiedenen Ländern. Ohne sich genau zu erkunden, ob man nun einen PCR- oder Antigen-Test benötigt, ob man das Schiff auch ohne Covid-Impfung betreten darf oder welche Einreise-Vorschriften für die verschiedenen Ländern gültig sind geht nichts, aber auch gar nichts.

Was in Spanien gilt, gilt nicht für Malta

So musste ich in meinem konkreten Fall zuerst für Spanien auf der Seite spth.gob.es das Gesundheitsformular ausfüllen (in verschiedenen Sprachen möglich, so auch in Deutsch). Denn nur mit dem entsprechenden Code auf dem Handy oder ausgedruckt ist es möglich, die Kontrolle im spanischen Flughafen Barcelona zu passieren. Gleich nach der Kontrolle wird auch noch die Temperatur (berührungslos) gemessen. Bei grüner Ampel geht es weiter, bei Rot würde man – so nehme ich an – aufgehalten und müsste zu weiteren Kontrollen und Gesundheitsprüfungen. Aber das ist noch nicht alles. Da die MSC Seashore auch in Valetta, der Hauptstadt von Malta anlegt, muss auch für dieses Land (obwohl Malta zur EU zählt) ein spezielles Gesundheitsformular ausgefüllt werden. Und was ist nun mit dem Antigen-Test? Benötige ich diesen oder vielleicht doch nicht? Für die MSC Seashore muss man geimpft, getestet oder genesen sein, ein zusätzlicher Antigen-Test ist nicht nötig. Und für Spanien? Wahrscheinlich auch nicht. Aber zur Sicherheit besuche ich doch kurz die Apotheke und mache den Test – Resultat negativ.

Am Flughafen in Zürich geht alles recht zügig und schnell. Keine Temperaturkontrolle, zumindest habe ich nirgends etwas gesehen, kein Vorweisen des Impf- oder Testzertifikates. Und auch in Barcelona geht es ziemlich schnell, nur eben mit Vorweisen des Gesundheits-Codes und dem Temperaturmessen.

Kostenloser Antigen-Test für alle Passagiere vor Kreuzfahrt Start

Einchecken auf der MSC Seashore geht nur zu der zuvor mit den Reiseunterlagen bekannt gegebenen Einschiffungszeit. Damit versucht man die Menschenmengen zu entflechten. Allerdings werden während der Wartezeit die Abstandsregeln doch nicht korrekt eingehalten und niemand kontrolliert diese. Vorbildlich tragen aber alle eine Maske – und die meisten sogar korrekt. Vorgängig musste noch ein Gesundheitsfragebogen von MSC ausgefüllt werden, der nun vorgelegt werden muss. Bevor wir die MSC Seashore betreten dürfen, erfolgt nochmals eine Temperaturkontrolle und vor allem jeder Passagier muss sich einem – kostenlosen – Antigen-Test durch die Nase unterziehen. Nach einer kurzen Wartezeit steht das Testresultat fest (negativ wie erwartet) und wir dürfen die MSC Seashore betreten.

Im Madison Theater der MSC Seashore ist nur jeder zweite Platz besetzt – auch Paare dürfen nicht beisammen sitzen

Sorgenfrei auf Kreuzfahrt mit 352‘000 Desinfektionen pro Woche

Damit ist aber nicht genug. MSC unternimmt alles nur denkbar mögliche, damit sich keine Passagiere oder Crew-Mitglieder an Bord anstecken können. So werden alle Gäste während der Kreuzfahrt einem weiteren Covid-19-Test unterzogen. Das gleiche gilt für sämtliche Besatzungsmitglieder, die sich alle 7 Tage einem Antigen-Test unterziehen müssen. Im Gegensatz zu meiner Flussreise auf der MS Edelweiss, sind auf der MSC Seashore alle öffentlichen Toiletten geöffnet. Diese werden alle 20 Minuten – so die Reederei – gesäubert und desinfiziert. Mindestens alle halbe Stunde werden die Aufzüge mit Krankenhaus üblichen Mitteln gereinigt (ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich sehr oft Lift gefahren bin, aber sehr selten Reinigungspersonal gesehen habe). Überall auf dem Schiff sind Desinfektionsgeräte verteilt, die von den Gästen laut MSC während einer 7-tägigen Kreuzfahrt rund 352‘000 mal verwendet werden. Ausserdem sind 100 % der Gäste und Crew an Bord mit einem Armband zur Kontaktnachverfolgung ausgestattet (das Tragen dieses Bandes ist freiwillig).

Das neue Leben an Bord der MSC Seashore

Nichts ist mehr so, wie es einst war. Wer Kreuzfahrten vor Corona kannte, der wird schnell einmal feststellen, dass nicht mehr alles ist, wie es einmal war. Das fängt damit an, dass die Schiffe mit deutlich kleinerer Auslastung unterwegs sind. Die Aktivitäten und Entertainment Angebote werden in kleineren Gruppen durchgeführt. Für die Theatervorstellungen gelten reduzierte Sitzplatz-Kapazitäten. Nur jeder zweite Platz ist besetzt, selbst Paare dürfen nicht direkt nebeneinander sitzen. Wer die Vorstellungen besuchen möchte, muss sich vorgängig anmelden und selbstverständlich gilt auch im Theater und auf dem Weg dorthin und zurück Maskenpflicht.

Apropos Maskenpflicht: An Bord der MSC Seashore gilt, wie auch in der Schweiz, Deutschland und Österreich die Einhaltung der Abstandsregeln. Hierauf wird man auch durch viele Schilder hingewiesen. In Lift dürfen max. 4 Personen, woran sich die Passagiere allerdings nicht halten. Durch die vorgängigen Tests, das regelmässige Fiebermessen und das Tragen der Masken ist das allerdings nicht ganz so schlimm. Whirlpools dürften auch nur von max. 4 Personen benutzt werden. Daran halten sich allerdings nur die wenigsten Passagiere.

Alle Passagiere die auf dem Schiff unterwegs sind (also beispielsweise von der Kabine ins Restaurant, zu den Lounges oder den Pools) müssen zwingend eine Maske tragen. Wer sitzt, darf die Maske abnehmen. Generell habe ich festgestellt, dass viele Passagiere die Masken eher zu oft als zu wenig tragen. Auch im Freien sieht man kaum Passagiere ohne Masken, die sich von A nach B bewegen.

Die Speise- Getränkekarten sind nur digital erhältlich. Landausflüge mit der MSC Seashore erfolgen nur im Rahmen eines organisierten Ausfluges. Diese sogenannten „Safe Bubbles“ Ausflüge erfolgen mit getesteten Führern. Wer sich unerlaubt von der Gruppe entfernt, dem wird die Rückkehr auf das Schiff verweigert. Landausflüge auf eigene Faust sind aktuell nicht möglich.

Werden alle MSC Regeln und Vorgaben von allen Passagieren befolgt, so kann man mit grosser Gewissheit auch in diesen eher schwierigen Zeiten eine sichere Kreuzfahrt unternehmen. Eines müssen sich Kreuzfahrt Fans aber schon bewusst sein: Eine Kreuzfahrt während dieser Pandemie ist nicht das gleiche Erlebnis wie zuvor. Geniessen kann man die Reise aber trotzdem, vor allem weil aktuell alle Kreuzfahrtschiffe mit reduzierten Passagier Kapazitäten unterwegs sind. Für mich persönlich sind Kreuzfahrten aktuell eine der wenigen Urlaubsformen, die als – fast – absolut sicher bezeichnet werden können. Das einzige Problem sind Passagiere die sich nicht an die Regeln halten, wie die Maske unter der Nase tragen oder sich in den Lift quetschen. Aber das sind nach meiner Erfahrung, auf der MSC Seashore Ausnahmen.

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