Umbau Arbeiten auf der Costa Serena sorgen für verärgerte Gäste und Negativ-Schlagzeilen

Die Costa Serena, die schon in China stationiert ist, erhält zwei neue Schwestern (Bild Costa Kreuzfahrten)

„Nie wieder Costa“, „Arglistige Täuschung“ oder „Alptraum auf Costa Serena“: Solche und ähnliche Überschriften liest wohl niemand gerne und Costa Kreuzfahrten ganz bestimmt nicht, nach den vielen Negativ-Schlagzeilen durch das Unglück mit der Costa Concordia. Aber genau solche Bemerkungen und teilweise noch viel krassere finden sich aktuell bei Holiday Check. Was ist passiert? Bei der Überfahrt der Costa Serena von Dubai nach Shanghai war es zu massiven Lärm- und Baustellenbelästigungen infolge Umbau Arbeiten an Bord gekommen.

Es hätte eigentlich eine Traumreise werden sollen, die grosse Kreuzfahrt in den Fernen Osten. Anfang April startete die Costa Serena zu ihrer Überfahrt von Dubai nach Shanghai mit Stopps in Mumbai (Indien), Singapur, Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam), Hongkong, Cheju (Südkorea) und weiteren Destinationen. 21 Tage auf dem Meer mit faszinierenden Eindrücken und Erlebnissen. Eindrücklich waren denn die Erlebnisse auch tatsächlich, aber auf weniger erfreuliche Art und Weise. Wie das Schweizer Branchenmagazin „Travel Inside“ berichtet, verlief die Überfahrt alles andere als angenehm. Die Costa Serena war eine schwimmende Grossbaustelle. Fast Tag und Nacht hatten die Kreuzfahrtgäste Lärm und Gestank zu ertragen.

Kreuzfahrtgäste verliessen die Costa Serena vorzeitig

Wie die Fachzeitschrift berichtet, hätten einzelne Gäste die Costa Serena gar vorzeitig verlassen. Was auch nicht erstaunt, wenn man die vielen negativen Kommentare bei Holiday Check liest. Andreas aus Deutschland schreibt: „Es kam zu zwei kleinen Bränden und einer Verpuffung im Bereich der Apollo Bar, danach arbeiteten die Verkäuferinnen an Ihren provisorischen Ständen nur noch mit Bauarbeiterhelmen.“ Andreas belegt den Lärm auch gleich mit einem kleinen Video. Elke & Uwe schreiben: „Wir haben eine Kreuzfahrt gebucht und sind auf einer fahrenden Baustelle gelandet. Es wurde geschweißt, geflext, mit Presslufthammer gearbeitet.“

Aber auch das Essen war nicht zufriedenstellend. So schreibt Urs aus der Schweiz: „Meine Frau und ich sind Viel-Kreuzfahrer (bisher rund 25 Kreuzfahrten). Wir haben noch auf keinem Schiff so schlecht gegessen wir auf der Costa Serena.“ Und Hanspeter ebenfalls aus der Schweiz ergänzt: „Essen schlecht und immer langweiliger, glaube es hatte immer weniger essen auf dem Schiff.“ Cornelia von Arx schreibt in einem Leserbrief an Travel Inside: „Durch die verständliche Enttäuschung und Verärgerung der Gäste war die ganze Stimmung an Bord (teilweise auch bei der Crew) schlecht.“

Costa entschuldigt sich

Costa bedauert die Vorfälle und hat sich bei den Passagieren entschuldigt. Das Trinkgeld wurde erlassen und allen Passagieren wurde laut „Travel Inside“ ein 250-Euro-Gutschein für eine Neo-Collection-Kreuzfahrt im Winter 2015/16 geschenkt. Den stärker betroffenen Passagieren auf Deck sechs und sieben werden zusätzlich 25 % des Reisepreises zurückerstattet.

Mit dieser Lösung dürften aber einige Passagiere nicht einverstanden sein. Vor allem, was will man mit einem Gutschein, wenn man vielleicht nie mehr mit Costa fahren möchte? Es ist gar die Rede von Sammelklagen. Gemäss Mary Stefanizzi, Costa Generalmanager in der Schweiz, bemüht sich die Reederei eine zufriedenstellende Lösung für alle Reisenden zu finden.

Dass auf einem Schiff hie und da Arbeiten gemacht werden müssen, die den Aufenthalt beeinträchtigen habe ich auch schon erlebt. Offenbar wurde das Mass aber auf dieser Kreuzfahrt massiv überschritten. Die Costa Serena – die eigentlich eine Wiederempfehlungsrate von 72 % hat – wurde für den Einsatz im chinesischen Markt vorbereitet, was zu den starken Emissionen geführt hat. Dass man das Schiff nicht einfach in die Werft geben und den kompletten Ausfall an Einnahmen in Kauf nehmen wollte ist ein ganz kleines bisschen verständlich. Auch wenn dies die betroffenen Passagiere (es sollen über 300 Schweizer an Bord gewesen sein) wohl kaum verstehen werden, sind doch die Ferien massiv beeinträchtigt worden.

Hätte man aber im Vorfeld das Gespräch mit den Passagieren gesucht, sie auf die zu erwartenden Unannehmlichkeiten aufmerksam gemacht und die Passagen entsprechend günstiger verkauft, wäre der Schaden bei Gästen, aber auch durch die Negativ-Schlagzeilen wohl deutlich geringer ausgefallen. Beat Eichenberger, von Travel Inside schreibt in seinem Kommentar: „Doch die Rechnung ist wohl bald gemacht: Nachträgliche Entschädigungen kommen die Reederei billiger zu stehen als ein kurzer Werftaufenthalt.“ Auslöffeln müssen die Suppe allerdings die betroffenen Reisebüros und die lokalen Vertretungen von Costa.

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